‘Dies Lied war bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bekannt, als die heil. Gertrud, Begine von Delft und geboren zu Voorburg in Holland, dasselbe täglich zu singen pflegte “referendo carmen ad dilectum suum Jesum Christum”; weshalb sie dadurch den Namen Gertrud von Osten erlangte. Diese Begine war eine niederdeutsche Dichterin. S Acta Sanct. Bolland. Januar. 1, 348.’

Ein niederdeutscher Text (bei Uhland Nr. 95. A.) aus Uhland’s niederd. LB. (Auf. des 17. Jahrh.) stimmt ganz mit dem Antw. LB.

Das deutsche Lied hat sich nicht bis auf die spätere Zeit erhalten. Im 15. Jahrh. sangen es noch die Bauern, es ist deshalb in einer Handschrift “Purengesang” überschrieben. So abweichend es in der Mitte vom niederländischen Liede ist, so stimmt es zu Anfange und zu Ende mit ihm überein. Es steht zuerst gedruckt in Mone’s Anzeiger 4, 455, danach bei Willems blz. 115 u. Mittler Nr. 21.

¶ 3, 2. wel ghemeit, stattlich—4, 2. bilo! ach!—6, 2. versmoren, ersticken, überhaupt umkommen—13, 3. wile, wiele, lat. velum, frz. voile, Schleier. Willems erklärt swarte wilen durch zwarte doeken, falsch: den schwarzen Weil trugen die Professschwestern, er lag über dem weißen leinenen Schleier oder Beffen und ging bis über die Schultern, s. Schmeller baier. Wb. 4, 55.—14, 4. belleken, Glöcklein.

¶ Nr. 17.

Das sei Gott geklagt.

1Te Bruinswijc staet een casteel,

daer wonen ghebroeders sesse,

die een die hadde een meisken lief,