»Das muß wohl gewesen sein, ehe Gertrud starb.«

»Freilich,« meinte der Abendfriede; »ich habe sie dir eben genommen, damit du anderen Sinnes würdest; denn ich wußte, alsdann würdest du dich bekehren. Und soll ich dir sagen, warum ich das wünschte?«

»Nun?«

»Die da widerwillig sterben, mäht der Tod, und sie kommen an einen anderen Ort als die, welche den ewigen Frieden ersehnten. Ich aber wollte euch beide gern zusammen und bei mir haben: das war’s.«

Wie das Antlitz des Abendfriedens leuchtete! Hast du schon eines Menschen Gesicht glänzen gesehen, der eben eine gute Tat getan? So ungefähr, aber viel verklärter.

Victor Blüthgen

Abendsegen

I.

Das ist des Abends Segen