Der Nebel des Herbstes spann den Schnee; im Winter sahen wir von unseren Fenstern aus weit mehr weiße Flächen als sonst. Aber erst als der Lenz kam, sahen wir, was der Waldbrand angerichtet hatte. Überall verkohlter Grund, rostfarbige Steine, halbverbrannte Wurzeln, und darüber ragten die schwarzen Strünke einzelner Baumstämme. – Nun kamen die Leute und reuteten. Sie stachen den schwarzen Rasen um, sie säeten Korn in das Erdreich; den Obdachlosen wurden neue Hütten gebaut. Und als der Frühherbst kam, war’s eine Herrlichkeit. Kein Mensch in unserem Waldlande hatte je eine so große goldgelbe Pracht gesehen, als das Kornfeld war, das sich über die Berge hinzog. Wir mußten alle zusammenhalten, die Flut der Halme, wovon einer sein schweres Haupt auf die Achsel des anderen legte, einzuheimen. Ich erinnere mich noch an das Wort, das bei dieser Gelegenheit der Pfarrer sprach: »Der Herr schlägt die Wunden, aber er spendet auch den Balsam, sein Name sei gelobt!« – Am nächsten Tage schickte er seine Knechte, um von der reichen Ernte den Zehnt zu holen, und er hat recht getan.

Gegen dreißig Jahre lang gab der Grund des verbrannten Waldes den Menschen Brot. Dann kam die Landflucht der Menschen, und neuerdings sproßt auf den Berghöhen der junge, grüne Wald. Neues unendliches Leben webt darin – eine üppige Pflanzenwelt, ein lustiges Tierreich, eine helle Gottesmorgenfreude.

Peter Rosegger

Waldkonzert

Konzert ist heute angesagt

Im frischen, grünen Wald,

Die Musikanten stimmen schon;

Hört, wie es lustig schallt!

Der Distelfink spielt keck vom Blatt