Abb. 155. Gruselige Geschichten.
Aus „Neuer Strauß fürs Haus“. 1864. (Zu [Seite 85].)
Kaiser Wilhelm I. hatte im Jahre 1871 dem Komponisten der „Wacht am Rhein“ und dem Schöpfer des Hermannsdenkmals auf dem Teutoburger Walde einen Ehrensold ausgesetzt. Der Bildhauer von Bandel war der erste von beiden, der das Zeitliche segnete, und nun wurde am 11. Oktober 1876 unser Altmeister vom Kaiser mit diesem Ehrensold auf Lebenszeit bedacht. Am 1. Dezember 1876 trat unser Meister nach einer achtundvierzigjährigen Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Das Ministerium des Innern hatte mit König Alberts Genehmigung in Anerkennung seines künstlerischen Wirkens den Ausfall am Gehalt als „Ehrengehalt“ ersetzt, den die Landstände ihm dann auch bestätigten, so daß ihm sein seither bezogener voller Gehalt als Pension verblieb. Von der Mitgliedschaft des „Akademischen Rates“ wurde er aber noch nicht enthoben, er mußte an den Sitzungen desselben nach wie vor noch teilnehmen, was ihm sehr beschwerlich war; aber er blieb dadurch doch noch in Verbindung mit der Akademie und fühlte sich nicht so ganz abseits.
Abb. 156. Beiß mal ab, Hänschen!
Aus „Neuer Strauß fürs Haus“. 1864. (Zu [Seite 86].)
Abb. 157. Ährenlese. 1866. (Zu [Seite 86].)
Abb. 158. Zur Mühle. Aus „Unser täglich Brot“. 1866.
Verlag von Alphons Dürr in Leipzig. (Zu [Seite 86].)
Vor seinem Abgänge von der Kunstakademie bereitete die Dresdener Künstlerschaft unserem Meister am 9. März 1876 ein wohlgelungenes Fest. Die Festteilnehmer erschienen als Richtersche und oft recht drollige Figuren; die einzelnen zusammengehörigen Gruppen brachten dem Meister ihre Huldigung dar; es gab dabei sehr lustige Szenen; Hermann und Dorothea waren wohl ein dutzendmal vertreten, und Hermann hatte dreißig oder mehr Mütter. Obwohl er schweren Herzens — ihm waren alle offiziellen Feiern, und nun gar ihm selbst bereitete, etwas Unbequemes — zu der Feier sich begab, war er doch sichtlich ergriffen ob all der Liebe und Verehrung, die ihm, wie er liebenswürdigst behauptete, so unverdient entgegengebracht wurde.