Abb. 166. Dreikönigslied. Aus „Gesammeltes“. 1869. (Zu [Seite 89].)

Abb. 167. Feierabend. Aus „Gesammeltes“. 1867. (Zu [Seite 89].)

Abb. 168. Zu „Gott sorgt für uns“. 1865. Aus Georg Scherers „Illustriertes deutsches Kinderbuch“. II. Band. 1869.
Verlag von Alphons Dürr in Leipzig. (Zu [Seite 89].)

Die angeführten Strophen, von denen er bei Gelegenheit sagt: „Jede Zeile eine Perle!“ — „enthielten für Richters Denk- und Empfindungsweise die Quintessenz aller praktischen, christlichen Lebensweisheit“. Auch für die Schriften Gottfried Heinrich von Schuberts, die wissenschaftlichen wie die erbaulichen, hatte er das größte Interesse; er nennt ihn in der Biographie neben Kempis und Claudius seinen Lehrer und Führer; er lernte ihn 1850 persönlich durch Schnorr in München kennen. „Schubert galt ihm als der protestantische und der edle Bischof Sailer von Regensburg († 1832) als der katholische Hauptvertreter jener milden Geistesrichtung, welche das Christentum universell zu fassen weiß und die konfessionellen Gegensätze und formalen Differenzen innerhalb der Christenheit nicht zu Schranken werden läßt, durch die sich glaubensbedürftige Menschen innerlich voneinander getrennt sehen.“ „Sailers Gebetbuch, Kempis und der alte Claudius tuen mir am wohlsten, und vor Allem die Bibel“, schreibt er 1873; (das Gebetbuch schenkte er seiner Enkelin Margarete als Mitgabe in den Ehestand). Eckermanns Gespräche mit Goethe, Richard Rothes „Stille Stunden“ und das von Fr. Nippold herausgegebene Buch „Richard Rothe, ein christliches Lebensbild“, auf Grund der Briefe Rothes entworfen (Wittenberg, Herm. Kölling), waren ihm höchst wertvoll und hochsympathisch.

Abb. 169. Der kreuzlahme Kraxelhuber. 1868. (Zu [Seite 90].)

Mit hoher Begeisterung betrachtete er die Werke Joseph Führichs, die dieser hochbegabte Künstler in den letzten fünfzehn Jahren seines Lebens dem deutschen Volke darbrachte. Die auffallend freiere Entfaltung dieses großen Talentes in dessen späteren Jahren, das hohe Stilgefühl, die Romantik und die tief religiöse Anschauung erregten seine größte Bewunderung. Die Bilder zum Bethlehemitischen Weg, zu Thomas von Kempens vier Büchern von der Nachfolge Christi, zu den Psalmen usw. bereiteten ihm bei ihrem Erscheinen eine wahre Herzensfreude. Auch die Overbeckschen sieben Sakramente erfüllten ihn, als er sie um 1865 zum erstenmal sah, mit aufrichtiger Bewunderung, obwohl in den späteren Overbeckschen Werken im Gegensatz zu dessen Jugendarbeiten ihn manches innerlich weniger berührte; hier aber schien ihm Overbeck auf der Höhe zu stehen. Daß ihn die Werke Rethels, dieses größten Meisters auf dem Gebiet der Geschichtsmalerei im neunzehnten Jahrhundert, dessen „Totentanz“, die Kompositionen zu den Fresken für den Rathaussaal in Aachen aus dem Leben Karls des Großen, ferner der „Tod als Freund“ und der „Tod als Erwürger“ und die früher erwähnten Bibelblätter aufs höchste mit Bewunderung erfüllten, versteht sich von selbst. Von den Kartons für Aachen sah er einige in Dresden entstehen. Er sprach oft über den den Sturz der Irmensäule darstellenden Karton, und wie ihm ganz besonders die stilvolle und so eigenartig behandelte Landschaft behagte.