Er sammelte alle Daten über den Lauf des Aufstandes. Die Lage war hoffnungslos. Die ganze Armee ging zu den Revolutionären über. Alle Generäle und höheren Offiziere waren arretiert und größtenteils schon verurteilt. Die Zentralfestung erlag dem Sturmangriff. Sämtliche Regierungsgebäude — das Palais, das Parlament, die Polizeipräfektur — nahm die Miliz ein. Die aus der Provinz kommenden Nachrichten meldeten betreffs der anderen Städte einen ähnlichen Erfolg des Aufstandes.

Die Frage wurde aufgeworfen, was zu tun sei. Die Mehrzahl schlug vor, sich zu ergeben und der Gewalt zu unterwerfen.

Theodosius schwieg zu all diesem. Dann nahm er aus einem Täschchen ein Papier und legte es uns zur Durchsicht vor. Das war eine der Proskriptionslisten des Zentralstabes. In ihr waren all jene aufgezählt, die in unserem Ausführenden Rate saßen, darunter auch ich. Uns alle hatte das Geheime Gericht zum Tode verurteilt.

Ein bedrücktes Schweigen begann. Theodosius sagte:

— Brüder! Lasset uns die Schwächeren nicht in Versuchung führen. Zeigen wir diese Liste allen Gläubigen, so werden viele schwankend werden. Werden hoffen durch Verrat und Abtrünnigkeit sich das Leben zu kaufen. Aber die Liste verheimlichend, lassen wir sie an der großen Ehre teilnehmen, durch die Tat des Todes die Reinheit ihres Glaubens zu besiegeln. Erlauben wir ihnen denn mit uns zu teilen unser dreifach beneidetes Schicksal.

Jemand wollte erwidern, doch zaghaft. Theodosius näherte ruhig das Papier mit den Namen dem Licht und verbrannte es. Wir sahen, wie die kleine Rolle sich langsam in Asche verwandelte.

Plötzlich klopfte eine Diakonissin. Ein Vertreter des Stabes begehrte uns zu sprechen.

Ein junger, entschlossener, zuversichtlicher Mensch trat ein. Im Namen der zeitweiligen Regierung verlangte er, daß ein jeder von uns sich in seine Wohnung verfüge. Ein besonderes Komitee würde, dies waren seine Worte, das Statut eures religiösen Bundes durchsehen und feststellen, ob er dem gesellschaftlichen Leben unschädlich sei.

Wir wußten, daß diese Worte nur Betrug seien, da wir schon verurteilt waren. Einige Augenblicke schwiegen alle. Die alsdann gesprochenen zwei Reden — die des Theodosius und jene des Abgesandten — kann ich auswendig. In kurzen Worten sprachen sich in ihnen zwei Weltanschauungen aus.

Dieses sprach Theodosius: