»Mach', daß du schleunigst fortkommst, und lasse dich hier nicht mehr sehen. Sei froh, daß ich dir nur den Stachel nehme. Ohne ihn wirst du deine frechen Räubereien in Zukunft wohl unterlassen.«

Die freche Landstreicherin verlangte nichts mehr und flog davon. Max aber vernahm eine Stimme:

»Du liebe Ameise, laß dich umarmen!« Sie kam von der rechtmäßigen Nestbesitzerin. Diese war von den Hummeln weggeflogen und hatte schon wieder angefangen, sich in der Nähe ein neues Nest zu bauen. Aufmerksam geworden durch die laute Zänkerei, war sie zufällig Zeugin des ganzen Vorfalls zwischen Max und der bösen Biene gewesen.

»Siehst du, daß ich fähig war, mein Versprechen zu halten?« sagte Max. »Jetzt kannst du wieder dein Haus beziehen ohne Furcht und Bangen, und deine Feindin wird dir die Arbeit nie mehr vereiteln.«

Hierauf krabbelte unsere brave Ameise die Mauer hinab und ging der Haustüre zu. –

»Und die Muskatellertrauben?« so werden die Leser mit wässerigem Mund fragen.

Nun, die bleiben, wo sie waren.

Maxens Sinnen und Trachten war ganz darin aufgegangen, der armen Maurerbiene zu ihrem Rechte zu verhelfen. Als er das getan hatte, fühlte er nur den einen Drang, in sein Haus hineinzukommen. Darum fiel es ihm heute auch gar nicht ein, die Muskatellertrauben zu versuchen, an denen er früher als Kind tagtäglich genascht hatte.