»Das ist nicht schwer für mich. Mit meinem Rüssel sauge ich die Honigdrüse aus, die meist am Fuße der Staubfäden zu finden ist. Dieser Saft fließt in meinen Honigmagen und wird hier zum fertigen Honig. Was das Wachs betrifft, so schwitzen wir es in unserem Hause an der Unterseite des Hinterleibes aus.«
»Noch eine Frage«, bat Max wißbegierig.
»Aber schnell, bitte. Die Sonne geht bald unter, und wir haben strenge Hausordnung in unserem Stock.«
»Was ist denn das, euer Stock?«
»Wie, das weißt du auch nicht? Der Stock ist unser Dorf, unsere Gemeinde. Nun? Was noch?«
»Ach, deinen Namen möchte ich gar gerne wissen.«
»Ich heiße Süßchen.«
Die Biene mit dem reizenden Namen flog davon, und Max mochte die Augen nicht von ihr wenden, bis er sie hinter einem Baume entschweben sah. Dann stieg unser Held vom Rosenstrauch herab, um seinen Weg wieder zu suchen. Er war aber nicht der einzige gewesen, der den Flug Schönsüßchens verfolgt hatte. In der Nähe schrillte eine kreischende Stimme, die von einem Rosenzweig zu kommen schien.
»Ha, ha«, so verstand Max, »endlich habe ich herausgekriegt, wo du, teure Frau Biene, wohnst! Heute abend werde ich mich einmal gütlich tun an deinem Honig!«