»Jetzt werdet ihr beide da oben bald herunterkommen, wie ich hoffe! Heute hätte ich bei so später Stunde nicht mehr an eine so saftige Abendmahlzeit gedacht. Ich jage sonst nur, wenn die Sonne scheint.«

Wie es so sprach, krallte es die Tatzen ein, und mit außerordentlicher Kraft und Gewandtheit schleuderte es die sandige Erde, in der es saß, wie eine Flut von Steinregen auf die zwei erschrockenen Zuschauer. Max fühlte sich schon durch die fallenden und rutschenden Sandkörnchen in den Schlund des Trichters hinabgezogen; mit der äußersten Anstrengung hielt er Großzang an sich gepreßt, und mit ihm klammerte er sich verzweifelt an den Grashalm, der beide bis jetzt getragen hatte, und es gelang ihm, sich zitternd vor Aufregung daran emporzuziehen.

Die beiden Ameisen waren gerettet.

»O je, o je!« rief Großzang, »das war eine böse Sache. Dir allein, mein Kaiser, danke ich das Leben!«

»Und ich verdanke dir einen steifen Hals, so hast du dich an mir festgeklammert! Aber das macht nichts. – Dem da ist es schlimmer ergangen!«

Er deutete dabei auf die Hülle Dickkopfs, die mit den Beinen in der Luft neben ihnen lag.

»Der Ärmste!« rief Großzang tiefbewegt. »Von ihm ist nichts geblieben als die Schale. Das Untier hat ihn ausgesaugt ohne jede Rücksicht. Jetzt freut es mich doch, daß wir seit zwei Tagen nichts gegessen hatten, sein Körper muß hübsch trocken gewesen sein. Aber, daß der arme Freund so wie ein ausgeblasenes Ei werden könnte, das hätte ich doch nie geglaubt!«

Beim Weitergehen wandte sich der Kaiser Butziwackel sehr ernst zu seinem Gefährten und sprach:

»Adjutant, hast du den Straßenräuber da drunten in seinem Trichter gesehen?«