Damit führte Süßchen die beiden in ein anderes Stockwerk und sprach:

»Seht ihr die Schnecke da? Sie ist einst in unser Haus gekrochen, und wir haben mit ihr kurzen Prozeß gemacht. Ein Stich trieb sie in ihr Schneckenhaus hinein, mit dem Kittwachs haben wir ringsumher am Boden das Schneckenhaus festgeklebt, und jetzt ist sie in ihrem eigenen Haus begraben.«

Max und Großzang waren aufs höchste erstaunt nicht nur über die Kunst, sondern auch über die Geistesgegenwart der Bienen. Sie wollten eben ihre Bewunderung ausdrücken, als sich plötzlich ein dreimaliges taktmäßiges Gesumme wie ein Trompetensignal vernehmen ließ. Süßchen flüsterte leise:

»Still, die Königin kommt!«


36. Ein Kaiser spricht mit einer Königin.

Eine Biene von majestätischer Haltung schritt einher. Sie war umgeben von einer Anzahl junger Bienen, die ihr tausend Freundlichkeiten erwiesen und ihr immer wieder den Rüssel boten, um sie mit süßer Honigspeise zu erquicken.

»Das sind die Gesellschaftsdamen der Königin!« flüsterte Süßchen.

Vor jeder Zelle hielt die Königin an und legte ein winziges Ei hinein. Umstehende sangen dabei begeistert für die fruchtbare Mutter ihres Volkes das Königslied: