»Also abgemacht, morgen früh«, jubelte Max.

Er sprang und sang vor Freude, wie es sich für einen Kaiser eigentlich gar nicht geziemt. Aber über der Hoffnung, sein Mütterlein zu sehen, vergaß er allen Ehrgeiz und alle Träume der Zukunft mit einem Schlag. Er hätte dem Tag die Geschwindigkeit eines Blitzes gewünscht. Morgen wollte er nach seinem Hause zurückkehren, von dem er auf gröbliche Weise durch Onkel Walter weggeschleppt worden war. Sicher genügte jedesmal schon die Erinnerung an die Heimat, alle bösen Verstimmungen zu verscheuchen.

Es bleibt eben ewig wahr, daß der Gedanke an eine gute Mutter alle schlimmen Pläne aus dem Kopfe verjagt.


38. Die Stadt in Aufruhr.

Leider verging der Tag nicht mit Blitzesschnelle, sondern wie keiner noch schlich er langsam dahin. Übrigens brachte er schwere schreckliche Ereignisse. Max bemerkte schon in aller Frühe, als er der Königin begegnete, eine unbegreifliche Veränderung. Sie war merkwürdig unruhig und nicht so würdevoll gelassen wie sonst. Er hatte sich zu ihr begeben wollen, um sein Scheiden aus ihrem Reiche zu melden. Sein Adjutant, der ihn bei dem Abschiedsbesuch begleitete, wollte gleich ihm sich bedanken für die große Gastfreundschaft, die beide empfangen hatten.

Voller Erregung und mit rauher Stimme redete die Königin ihn zuerst an:

»Du kommst eben recht! Du hast mich vor kurzem um meine Macht und mein Ansehen beneidet. Ist es nicht so?«

»Gewiß!« erwiderte Max, »ich wüßte niemand, der so mächtig, so verehrt – –«

»Mächtig? Verehrt?« fiel ihm die Königin in seine beginnende Lobrede, »willst du erleben, wie groß meine Macht ist, wie mich meine Untertanen ehren?«