Wie er, die Augen reibend, um sich schaute, fand er sich bei dem moosigen Stein in der Grotte, wo das Brünnlein plätscherte wie immer.

Von dem Männlein im grünen Rock war nichts zu sehen, aber es roch nach Tabak, und Max meinte doch eben seine Stimme gehört zu haben. So deutlich klang sie noch in seinen Ohren, daß er die Verse genau wiederholen konnte. War er denn hier träumend gelegen? War er tatsächlich im Ameisenland gewesen?

So rasch er nur konnte, rannte er dem Hause zu, wo er eben Mutter, Vater, Onkel Walter, Moritz und Therese bei Tische sitzend fand.

Mit Küssen und Umarmungen drängte er sich stürmisch in ihre Mitte, freudig von allen begrüßt und befragt:

»Warst du gerne bei dem wunderlichen Onkel Christian und seinen Insektensammlungen?«

»Ach, Mutterchen, ich war doch selber im Ameisenland, und bei den Hummeln habe ich übernachtet. Denkt euch, einmal bin ich auf einem Wasserläufer über den großen See geritten und beinahe hätte mich der Ameisenlöwe gefressen!«

»Ha, ha«, lachte Onkel Walter, »Max fabuliert von Onkels Ungeziefer, das er der Wissenschaft zu Ehren züchtet.«

Bei dem geringschätzigen Wort Ungeziefer gab es Max einen Ruck. Unwillkürlich schaute er um sich, ob keine Ameise oder Biene in Hörweite sei. »Nun«, fuhr Onkel Walter fort, »bald soll sich's zeigen, ob der gute Alte, wie er uns versprach, aus dir kleinem Faulpelz einen guten Lateiner hervorgezaubert hat.«

»Onkel«, fiel Max in lebhafter Erinnerung ein, »wegen des Lateinprofessors bin ich von deinem Hutrand heruntergepurzelt.«