In der folgenden Zeit saßen der Kaiser Butziwackel I., die Herzogin von St. Helena und der Graf aller Hautflügler nur noch zusammen, um Luftschlösser zu bauen. Alle Tage wurden diese größer, und sämtliche Beratungen endeten gewöhnlich mit rauschendem Beifall für die Pläne unseres Volksfreundes.

Und noch etwas! – Aber soll ich es sagen? Seit Max die Holzwespe wieder gefunden hatte, war er öfter daran, sie um Auskunft über die Lage seines Landhauses zu fragen, um so näher lag was, als die Holzwespe dort geboren war und genügend starke Flügel hatte, um es aufzusuchen. Aber wie merkwürdig! – Er fragte sie nie! Wißt ihr warum?

Kaiser Butziwackel I. fühlte sich behaglich in seiner Verbannung, es fehlte ihm nicht am täglichen Brot, sein Adjutant bediente ihn vortrefflich, seine Freunde alle bewunderten ihn. Über diesem guten Leben hatte Max die Heimat vergessen!

Wie sollte das weitergehen? Kaiser Butziwackel war auf dem besten Wege, im Insektenreiche ein unnützer, gedankenloser Faulenzer zu werden. Eines Morgens saß er rittlings auf dem Gurkenkern, seinem Schloßportal, schaute vergnüglich in die weite Welt und ließ sich von den warmen Sonnenstrahlen bescheinen. Da kam plötzlich ein scharfer Sturmwind, rüttelte und schüttelte die Eiche, daß sie in allen Fasern ächzte und ihre Äste krachend durcheinanderschlug. Die Haustüre fiel aus ihrem Gefüge und stürzte mitsamt dem Kaiser kopfüber in die Tiefe. Wäre Max auf einen harten Stein gefallen, so hätte er sterben müssen. Glücklicherweise aber wuchs unter dem Baume weiches Moos. Max hatte schon im Stürzen vor Schrecken die Besinnung verloren. So lag er jetzt im tiefen Schlaf der Ohnmacht im grünen Moos eingebettet.

Da trat mit leisen Schritten aus den Büschen das alte Männlein mit dem langschleppenden Rock und der großen Brille. Das blieb lächelnd vor Max stehen, griff nach der Riesendose in den tiefen Rocktaschen, nahm behäbig eine Prise, nieste und sprach:

»Fauler Bub'! – Ameislein
Hast einmal müssen sein!
Sahest im fremden Land,
Was dir ganz unbekannt:
Arbeit mit Müh' und Fleiß
Leisten in ihrer Weis
Alle die Tierlein klein. –
Faulenzer willst du sein?

Jetzt ist der Zauber aus;
Gehe als Kind nach Haus.
Sollst wie die Bienen
Schaffen und dienen.
Such' in der Arbeit Ruhm
König- und Kaisertum!

Mit hohem Streben
Beherrsche dein Leben!«

Max schlug die Augen auf. Er war wieder ein Knabe. Sein altes, zerschlissenes Höschen hatte er wieder an, und das Wackelfähnlein baumelte heraus wie zuvor. Rasch stopfte er es ins Verborgene.