»Nun muß ich mich ein paar Minuten verschnaufen, ich kann es ja kaum glauben. Sollte man so etwas für möglich halten! Erst wollte ich glauben, ich sei blind, und nun entdecke ich an mir mehr als hundert Augen!«
Die Sache gab Max gehörig zu denken. Still wiederholte er für sich:
»Hundertdreiundzwanzig Augen! Hätte ich sie auch als Kind gehabt, so hätte ich mit hundertdreiundzwanzig in meine Bücher gucken müssen.«
Wie er noch schaudernd bei solch ungeheuerlichem Bilde verweilte, hörte er ein Schreien im Saal:
»Obacht! Holla! Platz gemacht!«
Eine geflügelte Ameise kroch herein, gefolgt von einigen Gefährten. Mühselig und erschöpft bewegte sie sich vorwärts, von den Gefährten beinahe getragen und geschoben. Bei jedem ihrer Schritte hinterließ sie ein ovales Kügelchen, das vom Gefolge sorgfältig mit dem Munde aufgehoben wurde.
»Das ist ein schöner Skandal«, entfuhr es Max, der kaum hinzusehen wagte.
»Wo ist ein Skandal?« fragte Fuska verwundert.
»Hm«, meinte Max, »ich finde das, was ich sehe, gerade nicht sehr anständig.«