»Da wollte ich schon lieber noch ein Weibchen sein«, sagte Max, der schaudernd den letzten Zuckungen des sterbenden Männchens zusah, »als solch eine Art von Mann!«

»Gewinn hättest du auch davon keinen. Wie für Männchen, bestehen auch große Gefahren für Weibchen. Hungrige Vögel erschnappen sie im Fluge, und das Traurigste ist, daß sie auch nach glücklich vollendetem Flug niemals mehr ihr altes Heim finden.«

»Nun, sie werden dann wohl in ein anderes Ameisenhaus gehen?«

»Davor werden sie sich hüten! Fremde Ameisen werden nirgendwo eingelassen.«

»Dann bekommt aber die Ameisenfamilie die Eier des verirrten Weibchens nicht«, eiferte Max, »wo keine Eier sind, ist es gleich zu Ende mit Larven, Puppen und Ameisen; zuletzt steht dann das Ameisenhaus leer!«

»Was du sagst, wäre richtig, wenn wir geschlechtlose Ameisen nicht wüßten, was unsere Pflicht ist. Da wir das aber sehr genau wissen, geben wir stets Obacht und tragen die zu Boden gesunkenen Weibchen ins Haus herein, wo sie ihre Eier gerne ablegen, wie du selbst gesehen hast.«

»Wie entstehen denn Männchen und Weibchen?«

»Wie eben alle Ameisen entstehen. Aus dem Ei.«

»Wie aber kam ich zu euch?«