Stolz erwiderte ihm Fuska:
»Wir Ameisen sind mutige Leute und fürchten uns nicht leicht. Ferner erinnere dich, was ich dir vom trügerischen Schein sagte. Diese Schlange ist nichts weiter als ein fetter Wurm und heißt Lumbricus agricola.«
Vorsichtig näherte sich der kleine Max dem großen Ungeheuer, betrachtete es forschend und rief enttäuscht:
»O, welch ein Aufwand von Fremdwörtern! Ein gewöhnlicher Regenwurm ist es, nichts weiter. Regenwurm sagt man, das versteht jeder sofort.«
»Es ist aber höchst wichtig, daß wir Ameisen die Tiere, die um uns leben, nach der Art ihres Baues und ihrer Gewohnheiten kennen«, erwiderte Fuska.
Max hatte mit seinem Kinderverstand freilich erfaßt, daß es sich hier um einen unschuldigen Regenwurm handelte; mit seinen Ameisenaugen erkannte er trotzdem den Ernst des Kampfes.
Seinen Angreifern gegenüber blieb der Wurm immerhin eine Riesenschlange.
Alle alten und jungen Ameisen hatten sich jetzt rings um das Ungeheuer aufgestellt, und Max war ehrgeizig genug, nicht zurückbleiben zu wollen. Er begann wie diese fleißig mit seinen Beinchen zu arbeiten. Der Körper des Wurmes überzog sich nach und nach mit einer säuerlichen Flüssigkeit. Max schnupperte daran.
»Was ist das?« fragte er, den Mund verziehend.
»Das ist unser Gift, das wir gegen Feinde benützen«, sagte seine Nachbarin.