»Ihr hofft einen Gang zu bauen, der an einen bestimmten Punkt führen soll«, bemerkte er.

»Selbstverständlich, das tun wir«, so riefen alle durcheinander. Er aber, der siebenmal gescheite Vorwitz, sprach gelassen:

»Ihr habt wohl alle den Verstand verloren?«

Von Onkel Walter wußte er, welche Schwierigkeiten es zu überwinden kostete, bis der Gotthardtunnel gebaut war. Nach den verwickeltsten Berechnungen hatte man Jahre der Arbeit gebraucht, bis die Arbeiter, die an den entgegengesetzten Punkten die Bohrungen begonnen hatten, sich unter der Erde endlich begegneten und ein großes Freudenfest feiern konnten.

»Ha«, lachte er in sich hinein, »so etwas wollen Ameisen fertigbringen! Lächerlich.«

»Vorwärts, vorwärts«, stieß ihn Fuska derb an, daß er aus seinen Zweifeln jäh emporfuhr, »stehe nicht müßig! Wer immer grübelt und zögert, erreicht kein Ziel«, brummte sie, als ob sie seine Gedanken gelesen hätte.

Welch mühsame Arbeit! Eine Stunde schon grub und schaufelte man, und noch war kein Ende abzusehen. Etwas boshaft, wie Max heute aufgelegt war, wendete er sich an Fuska: »Große Ingenieurin, ich möchte mir eine Bemerkung erlauben.«

»Nur keck heraus damit«, sagte sie, die Anrede gutmütig belächelnd.

»Mir will scheinen«, belehrte Max, »der Gang, den wir graben, führt mehr und mehr abwärts. Wir arbeiten ein Loch durch die Erdkugel!«