Sobald sie an einem schattigen Plätzchen im dichten Fliederbusch angelangt sind, setzen sie sich auf die Steinbank, jedes ein wenig abgerückt vom andern. Vorsichtig öffnen sie die Bücher, so vorsichtig, als ob am Ende gar zwischen den Blättern ein Kobold säße, der ihnen an den Kopf springen könnte.

Das Buch des Kleinsten scheint das gefährlichste zu sein, darinnen sitzt sicher der wildeste, kleine Kobold, denn er kann sich kaum überwinden, sein Buch aufzuschlagen.

Das köstlich kühle Plätzchen war den Kindern besonders empfohlen worden. Papa, Mama und Onkel Walter behaupteten, man könne dort auch an heißen Tagen vortrefflich lernen.

Aber, du liebe Zeit! Schon nach wenigen Minuten sank dem Kleinsten die Hand, die das Buch hielt. Er trieb seine Bäckchen zu kleinen rosigen Äpfelchen auf und versuchte ein quietschendes Jahrmarkttrompetchen nachzuahmen, indem er blasend die eingezogene Luft ausstieß. Da seine Kunst aber keinen Eindruck auf die Geschwister machte, bemerkte er tief aufseufzend:

»Ach, es geht wirklich nicht!«

Die beiden andern schienen aber emsig in ihr Studium vertieft zu sein, daher stieß er jetzt ungeduldig das Schwesterlein mit seinen Ellenbogen an und fragte unwillig:

»Spürst denn du nicht, wie heiß es ist?«