In dieses Getobe mischte sich mit lautem Angstschrei eine Stimme:

»Ruhig! Was fällt euch ein!« Fuska war es. Beschützend trat sie zwischen Max und seine Feinde. Mit zitternden Fühlern und drohend aufgesperrten Kieferzangen stellte sie sich den Angreifern entgegen, die sofort einige Schritte zurückwichen.

»Schämt euch!« rief Fuska empört. »Wie könnt ihr euch unterstehen, euch das Recht über Leben und Tod eines Gefährten anzumaßen? Ihr, die ihr kaum einen Tag alt und noch nicht trocken hinter den Ohren seid!«

»Er gehört nicht zu unserem Stamm!« wagte jemand zu widersprechen.

»Er hat ein weißes Zipfelchen hinten!« fügte ein anderer keck hinzu.

Immer zorniger entgegnete Fuska:

»Zipfel hin, Zipfel her! Erfahrene Ameisen haben das Ei als eines der Unseren erkannt und heimgebracht. Ich muß mich höchlich wundern, daß ihr, die ihr sozusagen noch die Eierschalen auf dem Rücken habt, daß ihr euch ein Urteil über einen solchen Fall anmaßt! Gelbschnäbel seid ihr! Nasenweise Rangen!«

Alte Ameisen kamen in Eile herbeigerannt und halfen treu zu Fuska, während der Professor, die Vorderbeine auf dem Rücken verschränkt, das Haupt bekümmert schüttelte.

»Immer das gleiche«, murmelte er tief verstimmt, »werden denn die Ameisen niemals ihre törichten Vorurteile ablegen lernen? – Dieses ewige Mißtrauen ist die alleinige Ursache ihrer grausamen Unverträglichkeit. Schrecklich! Ich habe meine kostbare Zeit mit diesen Unverbesserlichen vergeudet!«