Max gelüstete es, den Kriegsschauplatz noch einmal zu besichtigen. Ganz allein mit seinen hohen Gedanken schlenderte er durch die Umgebung. Nach dem errungenen Siege spürte er in sich eine stille Befriedigung. Sein Herz pochte stolz, wenn er alle Einzelheiten des vergangenen Tages betrachtete. Schon stieg ihm der Ehrgeiz zu Kopfe.

Träume von kühnen Schlachten und herrlichen Triumphen erfüllten seine Seele. An einen Grashalm gelehnt, ließ er seinen siegestrunkenen Phantasien freien Lauf.

»Mag der Professor predigen, was er will«, dachte er, »ich fühle mich als Ameise zu großen Dingen berufen. Der erste Schritt auf dem Wege des Ruhmes ist getan; ohne Frage bin ich der größte Schlachtenlenker, der bei einem Ameisenvolke lebte. Morgen werden uns die Roten, wie Fuska sagt, wieder angreifen. Das soll für mich ein neuer, glänzender Sieg werden. Und hernach – was könnte mich dann noch hindern, in unserem Staate regierender Fürst und später König aller Ameisen zu werden!«

In diesem Augenblicke vernahm er in der Nähe ein sonderbares Geräusch, das hörte sich an, als ob ihn jemand ob seiner ehrgeizigen Träume auslachen wollte. Aber schon war er eingehüllt in eine Nebelwolke, die einen unerträglichen Gestank verbreitete. Max sprang entsetzt zur Seite und gewahrte ein unbekanntes Insekt. Sein Rücken war schwarz, Hals und Beine ziegelrot. Rücksichtslos kehrte es ihm das Hinterteil entgegen.

»Wer hat dich solche Unanständigkeit gelehrt?« rief Max wütend.

Statt jeder Antwort schickte ihm das Insekt mit demselben Geräusch eine zweite Ladung entgegen. Eine übelriechende Gaswolke hüllte Max ein, so daß er nahe daran war, zu ersticken.

Der Zorn stieg ihm aber jetzt so hoch, daß er die Kraft fand, sich auf diesen schlechterzogenen Frechling loszustürzen. Er sprang ihm auf den Rücken und packte ihn mit den Vorderbeinen fest beim Schopfe. Schon ging er daran, ihn mit seinen starken Kieferzangen zu köpfen, wie er es vor kurzem mit seinen Feinden gemacht hatte.