»Gutes, liebes Mütterlein! Wie glücklich wärest du wohl, wenn du es wüßtest:

Heute ist dein Max bei den Ameisen General geworden!«


16. Ein Gasangriff auf General Butziwackel.

Noch jubelte das begeisterte Ameisenheer seinem siegreichen Feldherrn zu, als sich mitten im Volk die ernste Stimme des greisen Professors vernehmen ließ. Alles wurde plötzlich still, er aber sprach gelassen:

»Eure Tat war gut, da ihr unsere Heimat verteidigt habt. Der Krieg aber ist an sich ein Verbrechen. Selbst wenn er aus gerechten Ursachen geführt werden muß, kann man ihn doch nur als eine traurige, beklagenswerte Notwendigkeit bezeichnen. Darum solltet ihr euch jetzt nicht der ungezügelten Siegerfreude hingeben, sondern vielmehr die Tatsache betrauern, daß unsere friedliche Arbeit durch den Gewaltstreich einer Räuberbande unterbrochen wurde. Allein die Arbeit und nichts anderes bringt einem kultivierten Volke Ruhm und Ehre.«

Max wollte gegen die Auffassung des gelehrten Mannes Einwände vorbringen, dieser aber fuhr unbeirrt weiter:

»Der Krieg bleibt immer ein Unglück, auch für den Sieger. Seht nur her; ihr erblickt tot und verwundet viele eurer Gefährten; den Larven und Puppen sind die Pflegeschwestern entrissen, viele starke Kieferzangen, die der Arbeit unseres Staates geweiht waren, sind für immer verloren!«

Fuska, die Weise, gab dem Professor vollkommen recht. »Es ist so«, sprach sie. »Wir müssen daran denken, mit doppeltem Fleiße die Toten zu ersetzen. Jetzt heißt es zunächst, unser Haus von allem Ungesunden zu reinigen. Die Leichname unserer Helden und der gefallenen Feinde müssen fortgeschafft werden.«

Alsbald nahm dieses vernünftige Volk die Arbeit mit Kraft und Mut wieder auf. Die Toten wurden weggeschafft, sofort begann im Hause die alte Friedenstätigkeit.