Diese Worte und verschiedene andere gefährliche Zeichen entschleierten plötzlich dem armen Max die entsetzliche Lage, in welcher er sich mit den Gefährten befand. Sein Reich, sein eigenes Reich war bereits von den Roten Ameisen besetzt! Er konnte weder das Wie noch das Woher verstehen, aber der Fall war so klar, daß kein Zweifel blieb. Während er in seiner Aufregung vergeblich nach einer Erklärung suchte, spürte er zwei fremde Fühler, die ihn zudringlich betasteten. Auf einmal schrie's mit höhnender Stimme:

»Aha, da haben wir ihn, den General mit dem Hanfküraß. Das ist der Held, der die großen Feldschlachten liefert!«

Voll Zorn schrie Max: »Das geht mir denn doch zu weit. Was soll das heißen?«

»Gleich erkläre ich es dir, hochberühmter Schlachtenlenker! Du dachtest uns daranzukriegen, und inzwischen haben wir dir ein Schnippchen geschlagen. Nach unserer gestrigen Niederlage hätten wir kaum mehr einen Angriff gewagt. Aber du bist mit deinem Heere ausgerückt, um die große Schlacht zu schlagen. Du wolltest uns angreifen. Wir waren durch unsere Spione über deine Absichten wohlunterrichtet und haben dir inzwischen hier im Hause einen schönen Empfang bereitet!«

Richtig. Max erinnerte sich, daß Adjutant Großzang ihm ein Fähnlein Roter Ameisen gemeldet hatte, die in der Nähe umhergeschlichen waren.

»Nachdem wir«, fuhr der andere fort, »unsere Erkundigungen durch Spione eingezogen hatten, schickten wir dir fünfzig Leute entgegen mit dem Befehl, dich um jeden Preis aufzuhalten und irgendwie zu beschäftigen. Das geschah. Während du die Fünfzig verfolgen ließest, sind wir mit ganzer Heeresmacht hierher marschiert, haben dein Reich, das du ohne Verteidigung zurückließest, überfallen, und jetzt …, nun, du wirst ja hören und sehen, was weiter geschieht.«

Der Sprecher befahl nun in völlig verändertem Tone:

»Bewacht diesen Gefangenen! Ich werde ihm zeigen, was wir Roten aus seiner Kriegskunst gelernt haben!«

Max stand wehrlos der Übermacht gegenüber. Den Sinn der letzten Worte verstand er bald nur zu gut. Aus den Bewegungen rings umher und aus den Kommandorufen, die er hörte, konnte er schließen, daß die Roten dasselbe Spiel wiederholten, das er selbst gegen sie gestern angewendet hatte. Während eine Abteilung Roter den Eingang verteidigte, marschierte eine andere durch den berühmten Regenwurmtunnel, um von hinten her in Maxens Regiment einzufallen und es zu vernichten. Einen Augenblick hoffte er, daß seine wackeren Soldaten dem Angriff widerstehen würden, und er verharrte in atemloser, gespannter Angst um die Seinen. Die Minuten schienen zur Ewigkeit zu werden. Da hörte er die Stimme von vorhin von der Höhe des Haupteinganges herunterschreien: