Glaubt ihr also, daß die Roten, die die Schlacht gewonnen hatten und im Siegestaumel ihrer Erfolge waren, den Reden des Professors Gehör schenkten?
Der General gab ein Zeichen, und der erste Kopf, der fiel, war dieses unersetzbare Haupt, abgebissen von den Kieferzangen eines rohen Henkers. In gleicher Weise erging es allen Kriegsgefangenen. Wie entsetzlich, wie schauderhaft aber war für Max der Augenblick, als er unter den Verurteilten seine liebe Pflegemutter erkannte.
»Fuska!« schrie er auf im wütenden Schmerze.
»Gib dich zufrieden meinetwegen«, sprach die Gute, »was wirklich wehe tut, ist der Gedanke, daß unsere Kinder in Sklaverei geraten.«
Max konnte sich nicht mehr länger halten, er sprang vor und rief:
»Nein, nein, schont meine Fuska! Ich selbst, ich bin allein schuld an allem, ich ganz allein! Ich schwöre euch, sie wollte keinen Krieg, ich aber war böse und ungehorsam und wollte ihren Rat nicht hören …«
Weiter kam er nicht. Einige Rote hielten den Erregten fest, und der Kopf der braven Fuska fiel. Max, beinahe wahnsinnig vor Schmerz und gequält von Gewissensbissen, schrie:
»Tötet mich, tötet mich!«
»Halt!« rief da jemand. Alle drehten sich, um zu sehen, wer da komme. Eine Rote Ameise hinkte staubbedeckt heran auf fünf Beinen; das sechste fehlte ihr.