»Du behältst sie im Hause? Was machst du nur mit solchen Sachen?«
»Ach, sie ist doch für meine Kinder!«
»O«, rief Max bestürzt, »dasselbe hat ja vorhin die graue Fliege auch gesagt!«
Die Wespe fuhr mit einem Sprung zurück und schrie voll Zorn:
»Die graue Fliege sagst du? Ach, das Gesindel! Eine graue Fliege hat sich am Ende wohl gar auf meine Raupe gesetzt? Antworte sofort!«
»Aber … ja …«, stammelte Max, der nicht verstand, wie man sich wegen einer solchen Kleinigkeit so aufregen konnte. – »Einen einzigen Augenblick nur ist sie auf der Raupe gesessen, ich jagte sie ja gleich weg!«
»Ach, diese Diebin, das hat sie mir angetan!« so heulte jetzt die Wespe und untersuchte dabei die Raupe. »Da haben wir's schon! Da sind ihre Spuren! Und ich hatte mich so geplagt! Meine Arbeit war nun für das Lumpengesindel! Miserables Schmarotzerpack! Ah, sie hoffte am Ende noch, daß ich die Raupe im eigenen Hause beschütze! Haha, der schönen Augen ihrer Kinder zuliebe! O, die Elende!«
Die Wespe war jetzt derart gereizt, daß Max sich nicht getraute, noch etwas zu sagen. Er duckte sich in seinen Hanfküraß zusammen und murmelte:
»Gott bewahre mich! Wenn sie jetzt mit mir Streit anfinge, dann wäre ich verloren, auch wenn ich mich in einen Zwetschgenkern verkröche!«