Es erübrigt noch, ein kurzes Wort über die Mitarbeiter Georg Brentels hier anzufügen. Wir bemerkten, daß verschiedentlich außer seiner eigenen, zumeist großen und deutlichen »Künstlerinschrift« noch andere Bezeichnungen auf den im Vorstehenden besprochenen Blättern vorkamen, und schon die Verschiedenheit der Ausführung der Stiche läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß sie häufig, vielleicht stets anderen Händen überlassen worden ist. Nr. 1 und 2 stehen jede für sich, sind aber dennoch in ihrer Technik, die in der Hauptsache die Anwendung des Grabstichels zeigt, näher mit einander als mit der Gruppe 3–10 verwandt, deren Blätter alle eine ausgiebigere Anwendung der kalten Nadel aufweisen und entschieden erheblich künstlerischer ausgeführt sind. Der Kupferstecher, der sie gestochen, ist offenbar C. Senft, dessen Name uns auf Blatt 3 begegnet und dessen Monogramm auf Nr. 6 (vgl. Fig. 1) neben demjenigen Brentels erscheint. Schon Heller (Monogrammen-Lexikon, Bamberg 1831 S. 325), kannte »C. Senft« als »Kupferstecher zu Lauingen um 1603« und ebenso sein Monogramm. Nagler dagegen (Künstlerlexikon Bd. XVI 1846 S. 272) nennt ihn »Graveur und Ciseleur«[9]. Die beiden anderen Gehülfen Brentels sind ohne künstlerische Bedeutung.

Daß aber Brentel die Zeichnungen zu sämtlichen Kupferstichen gefertigt hat und nicht etwa nur als Verleger, der er freilich wohl zugleich war, aufzufassen ist, ergiebt sich — auch abgesehen von dem seinem Namen mehrfach hinzugefügten »faciebat« — schon aus der Gleichmäßigkeit des überall zur Verwendung gekommenen Ornaments, der sich schlängelnden Bänder, Barockcartouschen, Wappenschilder, Putten u. s. f. Sein Monogramm wird durch unsere Nr. 7 sicher gestellt. Schon Heller (a. a. O. S. 144), schrieb es ihm zu; Nagler (Monogrammisten II, 973) brachte dann durch Verwechselung mit einem doch etwas anders signierenden Formschneider um 1561 (Georg Balk?) Verwirrung in die Sache. — Im übrigen lasse ich das Leben und Wirken des wackeren Meisters für diesmal auf sich beruhen, wie ich es auch geflissentlich vermieden habe, die Frage nach seiner etwaigen Verwandtschaft mit dem Miniaturmaler Friedrich Brentel (vgl. Andresen, Peintre-Graveur VI, 185 ff.) und die damit zusammenhängende Frage nach Beider Lebenszeit in Obigem zu berühren. Daß Andresens Ausführungen hierzu, wonach Friedrich »im Jahre 1580 das Licht der Welt erblickte« (a. a. O. S. 186), als Georg »bereits ein Alter von 58 Jahren erreicht hatte« (S. 216), derselbe Georg Brentel aber erst 1638 gestorben ist (ebenda), wenig Wahrscheinlichkeit für sich haben, leuchtet wohl ohne weiteres ein. Wo steckt der Fehler?

Aus Georg Brentels Vorlagen zu Sonnenuhren (vgl. [Nr. 3 im Text]).


Zierleiste von Virgil Solis.

HERD UND HERDGERÄTE IN DEN NÜRNBERGISCHEN KÜCHEN DER VORZEIT.

VON DR. OTTO LAUFFER.