Reformation.

124) K., 384. [1520.] So wurt auch das Volck aus Doctor Martinus Schreiben, so er von christlicher Freyheit tette, weil sie die Freyheit auf iren Motwillen des Fleisch’s zogen, frecher und ungezamer.

125) P. II, 409/411. Hirnach aber als der ehrwürdige her doctor Martinus Luther vns aus gnaden gottes viel mißbreuche der roͤmischen kirchen anzeigte, vnd das heilige evangelium lawter vnd klar widder dargestelt: hat die gantze lantschafft, herren, adel vnd stette im jar 1534 auff befurdern der fuͤrsten hertzog Barnims und hertzog Philipsen, in gegenwertigkeit vnd mit rhat doctor Pomerani auff lucie zur Treptow an der Rega das heilige evangelium einmuͤthiglich angenhomen; vnangesehen obgleich die geistlicheit gerne were dawidder gewest. Vnd ist sieder der zeit eine große verenderunge aller sachen, wie dan pfleget, geworden, gegen vhorige andechtigkeit ruchlosigkeit, gegen miltigkeit berawbung der gotteshewßer, gegen almosen karkheit, gegen fasten fraß vnd schwalch, gegen feyren arbeit, gegen die feine zucht der kinder motwillen vnd vnerzogkenheit, gegen ehr der priester große verachtung der prediger vnd kirchendiener. Vnd daßelbige ist leider gemeinlich, vnd man findt jetzt in den stetten die kirchendiener sehr vbel versorget, deßgleichen die schulen vbel bestellet, darneben seint auch auffn lande viel dorffpfarren wuͤste, die keinen pfarhern oder prediger haben, also das man billig sagen moͤchte, das sich die lewte am evangelium mehr geslimmert den gebeßert hetten. Aber es mus so sein, den es ist der menschen arth so in gottes sachen, das sie allewege das widderspyl halten; do sie den alten mißprawch verstunden, begerten sie den rechten geprawch zu haben, nhun meinen sie, es sey jnen frey zu thunde was jnen beduͤnckt bequeme seyn, vnd kheren also die christliche freyheit zu jren motwillen vnd geitz.

Nichtesweiniger hat dennoch vnser herre got allezeit die seinen ausgesondert. Es seint noch viel christliche biderlewte, die gottes wort mit aller andacht vnd fleiß auffnhemen vnd handthaben, den kirchendienern vnd armen nach allen vermugen helffen, vnd ist jtzt eine sonderliche feine lust bei den gotforchtigen lewten zu sehen, wie gar ehrlich jre kinder in gottesforcht ertzogen werden, wie huͤpsch sie jren catechismum wißen, beide von wort zu wort zu erzellen, vnd auch fein reinlich auszulegen, wie zuͤchtigk kneblyn vnd megdtlyn zu tische beten, vnd darnach das gratias lesen, des abends wen sie zu pette gehen jre segen vnd gepete sprechen, deßgleichen, des morgens wen sie auffstehen. Vnd ist die wahrheit, das jtzund ein klein kind von acht oder newn jaren beßer vnterricht seines christenthumbs hat vnd weis, den zuvor die alten, auch die pfaffen selbst nicht gewust haben. [Vgl. [Nr. 63]; [132].]

Kirchenraub.

126) K., 379/380. [Ao. 1519.] Ausführliche Beschreibung eines Kirchenraubes.

Opfer.

127) K., 238. [Ao. 1407.] Es seint drey grosse Pfarren zum Sunde und darneben etliche Capellen in und aussen der Stat welche der Kirchher alle unter seiner gewalt hette und mit Pfarnern und Predigern versorgen moste. Dieselben alle hetten keine Lantgutter oder gewisse Gelt vor den Kirchhern und die Kirchendiener, sonder sie musten sich vom Opffer erhalten, welchs inen dan so viel trug, das sich der Kirchher vor einen grossen Hern und die Unterpfarner vor grosse Prelaten, auch die Capellane, Coster, Chorschuler und andere Kirchendiener statlich darvon khonten halten. Dan es ist eine Stat von etlichen vielen tawsent Lewten und ist ein prechtig Volck. Darum, wan eine Brawt zur Trewe kham oder ein Kind geporn wurt, das mans wolte teuffen lassen, oder eine Frawe nach den sechs Wochen zur Kirche ginck oder ein Totter begraben wurt, so bat der gemeine Man nicht allein seine Freund und Nachpar darzu, sonder alle seine Amptsverwanten, Man und Fraw, müsten bei einer Geltstraffe auch khomen und opfferen, das also offte ein arm Man so viele Lewte hette als ein Reicher, der in keinem Ampt saß. Das eickelte den Reichen, und wolten in dem hoher sein, wan der gemeine Man, und liessen so viel mehr Freuntschafft und Nachparn pitten und steyerten den Pracht untreglich hoch, und sonderlich zum Seelmessen und Begengnussen der Totten. Dan so opfferte man nicht zu einem Altar allein, sonder zu drey, vieren und bisweilen mehr und zu iglichem Altar zwei mall. Das sahe ein Rat, das es sich zu unmessigem Gelt verlieff und sonderlich das Armut sehr beschwerete. Dan die Pfenninge, wie ich derselbigen noch etliche gesehen hab, seint wol so gut gewest, als itzund drey oder vier. Darum erdachten sie einen Rat, das sie newe geringer Pfennige muntzeten. Da opfferten die Burger dieselbigen newen Pfenninge, und der Kirchher und seine Unterpfarner wolten sie nicht annhemen und wurffen sie den Lewten vom Altar widder zu, und der Kirchher beklagte sich, man schmelerte ime seine Gerechtickheit. Der Rat aber sagte nein, dan es stunde je in eins jedern Gefallen, ob er die alten Pfenninge wolte opfferen oder nicht, es were je so sehr keine Pflicht, sonder nur ein gutter Wille der Lewte, was sie geben wollen.

128) K., 364. [Ao. 1498.] Kirchenstiftung des Hertzog Bugslaff an die St. Otten Kirche zu Stettin: »den Hertzog Hut und das gulden Schwert, das ime der Bapst gegeben, ... da es alle Jar am Tag der Auffart Christi in der Procession wurt umgetragen und gezeigt«. Ferner ein Tafelbild.

Fasten.