Der Verfasser beginnt mit dem gemeingermanischen Wohnbau als Ausgangspunkt für die späteren stammesverschiedenen Bauarten. Aus den sogenannten Hausurnen sucht er Entwicklung und Nebeneinanderbestehen der Grubenhütten, des Zelts und der Jurte zum eigentlichen Haus in prähistorischer Zeit darzulegen. Den Abschluß dieser Epoche bildet die vorchristlich-römische Zeit.
Daran schließt sich die Untersuchung des germanischen Wohnbaus nach Ost- und Westgermanen geschieden, vor und während der Völkerwanderungszeit im Stammland, und weiter auf fremder Erde während und nach der Völkerwanderungszeit. Dieselbe Einteilung ist für den entwickelten stammesverschiedenen Wohnbau auf heimatlichem und fremdem Boden nach der Völkerwanderungszeit gewählt. Es entspricht den Verhältnissen, daß die Quellen natürlich in den späteren historischen Zeiten weit reichlicher fließen, als in den früheren, insbesondere gilt dies auch von den Denkmalsquellen. Für den nordischen Wohnbau aber tritt insbesondere noch die Analogie mit den späteren Bauten, die die frühere Art treu bewahrten, hinzu, um eine verhältnismäßig zuverläßige Anschauung zu ermöglichen.
H. St.
Das städtische Museum in Eger. Mit 8 Illustrationen und 3 Plänen. Von Alois John. Eger 1901. Verlag der Stadtgemeinde Eger.
Der unermüdliche Forscher auf dem Gebiete der deutsch-böhmischen Volkskunde erfreut uns mit der von ihm besorgten 4. Ausgabe des Katalogs der städtischen Sammlungen in Eger. Das kleine Büchlein, das wie seine Vorgänger gewiß, jeder Besucher der alten Kaiserstadt gerne zur Hand nehmen wird, behandelt ein Museum, das sich rühmt, unter den deutschen Provinzialmuseen im Lande das älteste und bei zielbewußter Beschränkung auf einen Gau reichhaltigste zu sein, wie es in der That als Beispiel und Muster für andere deutsche Städte Böhmens gedient hat. Seit 1872 im oberen Stock des althistorischen Stadthauses untergebracht, vereinigt dasselbe eine Fülle von Gegenständen, die in ihrer Gesamtheit ein treues Bild des Egerlandes nach Vergangenheit und Gegenwart gewähren. Im Wallensteinzimmer findet der Geschichtsfreund neben Erinnerungen an den im gleichen Hause ermordeten Feldherrn und seine Zeit, Siegel, Münzen, Waffen, Möbel u. a. m. zur Illustration des alten Eger. Die bürgerliche Zunft- und die Bauernstube verwahren Zeugnisse z. T. noch der jüngsten Zeit, u. a. Hausrat und Trachten des Bürgers und Bauern. Andere Zimmer veranschaulichen die Blüte des Kunstgewerbes in Alteger oder zeigen Denkmäler seiner kirchlichen Kunst. Selbst naturwissenschaftliche Sammlungen fanden hier Unterkunft, so daß auch nach dieser Seite die Sonderart der Landschaft sich heraushebt.
Dem einen oder anderen der Freunde und Besucher des Museums mag es vielleicht von Interesse sein zu erfahren, daß seit April 1901 besondere »Mitteilungen aus dem städtischen Museum in Eger« als Beigabe zu »Unser Egerland« erscheinen.
H. H.
Inhaltsverzeichnis zum Jahrgang 1901
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