Der Happich[5].
„Es hat jetzermelte Castenvogtei zů Chur ain sollichen brauch und ain solliche gewonhait, das alle jar ain bischoff zů Chur seinen kastenvogt mit ainem federspill und namlich mit ainem happich verehrt, wie nun sollich ampt an herzog Friederichen von Schwaben khomen ward im järlich gen Rotweil in die statt geschickht, zů denen er ain sundern gnaigten gnedigen willen trůg, umb des willen, das die burgerschaft daselbst vor jaren ir leib und guot zů dem römischen könig Conrad, dem dritten diß namens, der dises fürsten anherrn brůder gewesen, so newlich gesetzet wider kaiser Lotharium.“ 1190.
„Sunst hat herzog Hainrich des römischen kaisers anderer brůder herzog Conraden von Schwaben die kastenvogtei über das bisthumb Chur sampt der verehrung des happichs — den järlichs der schulthaiß der Stadt Rotweil empfieng, zů lehen verliehen.“
„Wie aber dieser fürst herzog Fridrich hernach wider die ungleubigen mit seinem her vater dem kaiser ziehen, willens, als er auch thet und laider dahinden blieben, schenket er zuvor dem schulthaissen gemelter statt und allen seinen nachkommen diese herrlichkait oder gerechtigkeit des happichs, den jme vorgendts jars die bischöf zů Chur geben haben.“
„Und wiewol nach abgang herzog Fridrichs dieses lehen der castenvogtei zu Chur an herzog Conradten von Schwaben seinen anderen brůder gefallen, darnach an herzog Philippen III., so ist doch der happich allwegen dem schulthaissen zů Rotweil als des reichs amptmann blieben und järlich geben worden.“
„Es hat auch bischof Hainrich des römischen Kaisers anderem brůder, herzog Conradten von Schwaben die castenvogtei über das bistum Chur sambt der verehrung des happichs, den järlichs der stattschulthaiss zů Rotweil empfieng ze lehen verliehen, gleichergestalt wie vor ime weiland herzog Friedrich von Schwaben sollich lehen von seinem vorfaren Bischof Egino auch empfangen gehabt.“
„Dises herkommen des Churerschen happichts hab ich — verstandt Herr Hans Conrad Hettinger so lang zeit gemainer statt Rotweil schulthaiß und burgermaister gewesen — es in ain buoch geschriben, das der wolgeboren mein sunders gnediger herr Graff Wilhelm und Wernher von Zymbern mit seiner hand geschriben.“ —
— „darinn sie etwann bis der bott mit ainem happich abgefertiget mögen werden, um gedult bitten.“
(Aus den Rathsprotokollen von 1580 an.)
Happich zu Chur. 1580.