Hannsen Pfeil’s Kriegsmaschine.

Es ist immer die alte Geschichte, und es gibt nichts Neues unter der Sonne. Prahlt die neue Zeit mit Kugelspritzen, Hinterladern und andern Mordwerkzeugen, durch die die Humanität des 19. Jahrhunderts Tausende von armen Menschenkindern mit einem Schlag, mit einem Schuß aus diesem Jammerthale ins Jenseits zu befördern im Stande sei, so fehlte es doch auch den Alten und zunächst dem Mittelalter nicht an dergleichen Erfindungen. Namentlich in den Geschichtsquellen der Reichsstadt Nürnberg begegnen dem Forscher zu öftern Malen sogenannte „Muster“ oder Kriegsmaschinen, die der dortige Rath machen ließ, oder die ihm zum Kaufe angeboten wurden. Als eine der merkwürdigsten bezeichnen wir das „muster“, welches Hanns Pfeil um das Jahr 1530 den Herrn Aelteren oder dem geheimen Rathe anbot. Er rühmte sich, mittelst desselben und mit Hilfe von 300 Mann wenigstens 1000 Mann zu fangen, zu schlagen oder zu erwürgen, und den Feind allenthalben aufzuspüren und anzugreifen. Leider beschreibt er sein „muster“ nicht näher[61], und wir müssen uns begnügen mit einer zuversichtsvollen Anpreisung desselben, die nach einem gleichzeitigen Dokument also lautet:

„Hanns Pfeil hat bewilligt vnd zugesagt, das er wöll ain muster zurichten vnd machen vnd darzu drewhundert mann geprauchen, vnd verr oder nahendt perg vnd tale, v̈ber stock vnd stain mit solhem seinem muster vnd anzal folck ainem treffenlichen großen hauffen auff das wenigst tausent mannen, sy sein zu roß oder zu fuß, wo die im veld oder holtz seien, widerstand thun, sie fahen, schlahen oder erwürgen, vnd sie gantz vergweltigen, verjagen oder zu seinem willen pringen, vnd das sy sich vor ime nicht verpergen können, sonnder er ainen freyen zugang zu inen haben, vnd dasselbig meinen herrn den eltern scheinparlich vnd glauplich anzaigen, das solchs gerecht vnd war sey. Vnd so die eltern herrn dasselbig also gerecht vnd bewert erfinden vnd erkennen, so sollen sie ime darumb vnd für solhe kunst vnd muster geben vierhundert guldin Reinisch vnd ime deßhalben weytter nichtzit schuldig sein. Wo aber mein Herrn die eltern solh kunst oder muster nicht für gerecht, bewerlich oder inen gefellig erkandten, so sollen sie ime dem gemelten Hannsen Pfeil gar nichtzit zethun noch schuldig sein vnd er sein mühe, arbait vnd costen, ob er des ainichen erlitten hett, verloren haben, sie wöllen ime dann von guttem willen aine zimliche vererung thun.“

Nürnberg.

Jos. Baader.


Des schwedischen bussenschutten Hans von lohe[62] übergebene schrift

wo file bussen pulver vnd lod upm ammiral gewyssen Aº 34 als yt im Herwast[63] ward ingeholt von mi in Schriften überreicht[64].

1535.

Item Euren ersamen wol wysslichen herrn dyt yst dat geschutte dat up dem kraffehl[65] yst gewyssen der Kl. M. statin tho hort In Schweden ßo herna stehet.