56) Ende Aprils wurde von Arbeitern, die im Stockstädter Wald (Landger. Aschaffenburg) mit Kulturarbeiten beschäftigt waren, ein irdenes Gefäß aufgefunden, das ungefähr 40–50 Silbermünzen enthielt. Diese Münzen sind sehr gut erhalten und stammen aus der Römerzeit.

(Frk. Kur. Nr. 125, aus d. Asch. Ztg.)

57) Das Luther-Denkmal für Worms ist vollendet. Dasselbe bildet eine Gruppe, die aus 12 kolossalen, auf einem quadratischen Syenit-Unterbau, dessen Seiten je 40 Fuß rhein. lang sind, sich erhebenden Statuen besteht. Inmitten der Gruppe steht Luther auf einem Postament, an dessen vier Ecken Peter Waldus, Joh. Wiklef, Johann Huß und Savonarola sitzen. Die vier Ecken der Umfassung nehmen ein: Friedrich der Weise, Philipp der Großmüthige, Melanchthon, Joh. Reuchlin, zwischen welchen die trauernde Magdeburg, die protestierende Speier und die siegreiche Augsburg Platz finden. Das Hauptpostament besteht aus drei Theilen: dem Untersatz oder Sockel von poliertem Syenit und dem unteren und oberen Würfel von ungleicher Höhe und Breite, in Bronzeguß ausgeführt. Der obere Würfel enthält auf seinen vier Seitenflächen je ein Kraftwort aus Luther’s Mund und Feder und darunter je zwei Porträtmedaillon’s von Zeitgenossen, welche vor, mit und nach Luther für die Reformation thätig waren. Der untere Würfel enthält Basreliefs, welche die Hauptthaten aus Luther’s Leben veranschaulichen. Der Untersatz oder Sockel zeigt auf seinen vier Feldern die Wappen der fünf deutschen Fürsten (Kursachsen, Anhalt, Brandenburg, Hessen und Braunschweig-Lüneburg) und zwei Städte (Nürnberg und Reutlingen), welche die augsburgische Confession unterschrieben und am 25. Juni 1530 dem Kaiser überantwortet haben. Auf dem unter den Basreliefs um die vier Seiten des untern Würfels laufenden, breiten Streifen liest man die Inschriften: „Begonnen im Jahre 1856, vollendet 1868. — Entworfen und zum Theil ausgeführt von E. Rietschel. — Die Architektur gezeichnet von H. Nikolai. — Gegossen und ciseliert in Lauchhammer.“ Noch von Rietschel selbst († 21. Febr. 1861) wurden modelliert: Luther und Wiklef; von A. Donndorf: Savonarola, Friedrich der Weise, Reuchlin, Peter Waldus, die Magdeburg, vier Porträt-Medaillons und zwei Basreliefs; von G. Kietz: Huß, Philipp der Großmüthige, Melanchthon, die Augsburg, vier Porträt-Medaillons und zwei Basreliefs; von J. Schilling: die Speier. Die Granitarbeit wurden von L. Stahlmann und K. Wölfel in Bayreuth geliefert.

(Korr. v. u. D. Nr. 234.)


Mittheilungen.

Berichtigung eines Missverständnisses.

In [Nr. 4, Sp. 131] ff. dieser Zeitschrift hat mich Herr Dr. Czerwenka mißverstanden, indem er mein Wort von den oft geradezu sinnlosen Stellen und dem unbeschreiblich liederlichen Texte der khevenhiller’schen Annalen auf das dahier aufbewahrte Manuscript bezieht. Dieses ist durchaus sorgfältig, correct und schön geschrieben. Die sinnlosen Stellen u. s. w. finden sich in den gedruckten Annalen, die nach meiner Vermuthung aus dieser Handschrift gemacht worden sind und zwar wörtlich, wovon nur jene Stellen eine Ausnahme machen, die im gedruckten Texte keinen Sinn geben.

Daß deren eine Unzahl gefunden werden, weiß jeder, der jemals in der Lage war, die Annalen benützen zu müssen.

Ich bedaure, zu dem Mißverständisse Anlaß gegeben zu haben.