Chronik des germanischen Museums.

Nürnberg, den 15. Januar 1868.

Wir haben unsern verehrten Freunden im vorigen Monate Mittheilung gemacht, daß unserer Nationalanstalt durch Uebernahme des Protektorats von Seite Sr. Majestät König Ludwigs II. von Bayern eine große Förderung zu Theil geworden ist. Der zusammenberufene Verwaltungsausschuß hat in seiner am 16. Decbr. abgehaltenen Generalconferenz seiner Freude darüber Ausdruck gegeben und zugleich eine Adresse an Se. Majestät beschlossen, welche von diesem Ausdruck der Freude, verbunden mit dem des Dankes, Kunde geben sollte. Die Adresse lautet:

Allerdurchlauchtigster,

Großmächtigster König!

Allergnädigster König und Herr!

Gestatten Eure königliche Majestät der Vorstandschaft und dem Beisitzercollegium des germanischen Museums, durch diese aus der Mitte der heute nach Nürnberg berufenen Generalconferenz abgeordnete Deputation entgegenzubringen einstimmigen Ausdruck der Freude und des Dankes Allerhöchst Ihrem großen Entschlusse, dessen Kundgabe an die deutsche Nation wir heute entgegengenommen haben.

In diesem aus Allerhöchst eigenem Antriebe erflossenen Entschlusse erblickt die Gesammtverwaltung des germanischen Museums, erblickt die durch dieselbe vertretene deutsche Nation die Aeußerung des hohen Interesses, welches Eure königliche Majestät dieser aus den Beiträgen des ganzen deutschen Volkes gegründeten und geförderten Nationalanstalt zugewendet haben.

Wir begrüßen dieses Interesse mit der freudigsten Hoffnung; denn welche Gewährschaft für die gedeihliche Entwicklung und Blüthe des großen Werkes wird uns durch Allerhöchst Ihr königliches Wort!