Deutsche Kunst und Wissenschaft haben von jeher geblüht unter der glorreichen Regierung des Hauses Wittelsbach; davon erzählt die Geschichte, davon zeugen hundert Werke, von Eurer Majestät ruhmreichen Ahnen errichtet. Noch stehen wir inmitten der Thätigkeit, die von Eurer Majestät allergnädigstem Großvater und höchstseligem Vater hervorgerufen und gefördert wurde. Wie sich große und segensreiche Werke der Wissenschaft und Kunst, die weit über Bayerns Grenzen hinaus Anerkennung gefunden haben, an deren erhabene Namen knüpfen, so werden auch Eure königliche Majestät, deren allergnädigste Huld schon so vielfach befruchtend auf Kunst und Wissenschaft ausgestreut ist, der Anstalt, an welche Allerhöchst Sie Ihren erhabenen Namen knüpfen, und der Sie durch Uebernahme ihrer Protektion das glänzendste Zeugniß ihrer Bedeutsamkeit geben, durch allerhuldvollste Förderung und Unterstützung, durch Königliche Freigebigkeit in Gewährung der ihr noch abgängigen Mittel zum Zwecke die Erreichung ihres durch die Satzungen vorgezeichneten nationalen Zieles sichern, auf daß das Werk einst dastehe, würdig seines hohen Protektors, würdig des Dankes künftiger Geschlechter — der Stolz einer großen Nation!
Indem wir, begeistert von diesen Gefühlen, den Dank der Gesammtverwaltung des germanischen Museums, den Dank der ganzen deutschen Nation vor den Stufen Ihres erhabenen Thrones niederlegen, schließen wir mit dem Wunsche:
Gott erhalte, schütze und segne den Allerhuldvollsten Protektor des germanischen Museums!
und verharren in allertiefster Ehrfurcht
Eurer königlichen Majestät
allerunterthänigst gehorsamste
Gesammtvertretung des germanischen Museums, und zwar
im besonderen Auftrage der Generalconferenz
v. Aufseß, Ehrenvorstand.
Essenwein, I. Vorstand.
Frommann, II. Vorstand.
Nidermaier, Rechtsconsulent.
Dr. Fickler, Mitglied des Gesammtverwaltungsausschusses.
Dr. Dietz, Mitglied des Gesammtverwaltungsausschusses.
Eine gewählte Deputation, bestehend aus dem I. Vorstand und zwei Mitgliedern des Verwaltungsausschusses, den Herren Prof. Hofrath Dr. Dietz aus Nürnberg und Prof. Dr. Fickler aus Mannheim, hatten die Ehre von Sr. Majestät zu einer Audienz empfangen zu werden und diese Adresse zu verlesen und zu überreichen, zugleich aber auch ein Verzeichniß der Mitglieder des Verwaltungs- und Gelehrtenausschusses, ein Exemplar des Organismus, eine Uebersicht über Activa und Passiva der Anstalt, sowie den letztjährigen Etat. Se. Majestät geruhten, sich eingehend mit den Mitgliedern der Deputation über die nächsten Bedürfnisse der Anstalt zu unterhalten und machten so erfreuliche Zusicherungen, daß wir uns der frohen Hoffnung hingeben können, das Institut nun bald auf der Höhe zu sehen, die ihm gebührt und welche zu erreichen vom Anfang an das Bestreben der Verwaltung war.
Um aber auch Allerhöchst ihr Interesse sofort zu bethätigen, ließen seine Majestät 2000 fl. zur Zahlung einiger Rückstände anweisen.
Noch nie hat die Anstalt mit solcher Freude und so schönen Hoffnungen den Beginn eines neuen Jahres gefeiert. Mögen all unsere Freunde warmen Antheil nehmen an dieser Freude!
Die Gnade Sr. Majestät König Ludwig’s I. hat uns in die Lage gesetzt, einige dringende Baubedürfnisse nun zu befriedigen, und nachdem schon vor Eintritt der rauhen Witterung damit begonnen worden, können wir hoffen, die neuen Räume bis zum Herbste d. J. vollendet zu sehen und solche ihrer Bestimmung zu übergeben. Se. Majestät, unser hoher Protektor, haben die freudige Aussicht eröffnet, bei der Schlußsteinlegung anwesend zu sein, und wir hoffen, daß dann auch viele Freunde der Anstalt sich um deren Protektor schaaren werden.