20) Albrecht Dürer’s Kleine Passion. Getreu in Holz nachgeschnitten von C. Deis, Kupferstecher und Xylograph in Stuttgart. Eichstätt, Verlag der Krüll’schen Buchhandlung. H. Hugendubel. 1867.

Die erneute Aufnahme, wir dürften sagen Wiederbelebung, welche seit geraumer Zeit in steigendem Maße Albrecht Dürer bei unserm Volke gefunden, möchten wir als eins der besten Zeichen der Gegenwart erkennen. Wir finden darin die sichere Bürgschaft, daß man, müde, sich länger vom fremden Einflusse umtreiben zu lassen und in die Bildung des deutschen Charakters Elemente aufzunehmen, die darin, wie auf ungeeignetem Boden wuchernd, nur Mißbildung hervorbringen konnten, mit Bewußtsein an die abgerissene Entwicklung unseres Wesens wieder anknüpft und erkennend und thatkräftig fortsetzt, was bis dahin der Natur und günstigen Umständen überlassen war. Albrecht Dürer vereinigt in seiner Persönlichkeit alle die Vorzüge, die gerade der Deutsche sich zu eigen zu machen im Stande wäre, welche andrerseits, vereint herausgebildet, erst den Deutschen zu dem machen würden, wozu er seiner ganzen Anlage und Geschichte nach berufen ist. Sein eigenstes Wesen hat Dürer aber in seinen Werken niedergelegt und darin erst recht anschaulich gemacht, daß gewiß kein Zug seines tiefen Gemüthes, seines reinen Strebens, seines strengen Ernstes dem Verständigen verschlossen bleibt. Glücklicher Weise sind seine meisten Arbeiten auch der Art, daß sie von vorn herein für die Allgemeinheit bestimmt waren. Da gleichwohl die Originale, Kupferstiche wie Holzschnitte, dem Bedürfnisse nie genügten, hat man zu allen Zeiten sich bemüht, sie in guten Copieen nachzubilden. Für die Kupferstiche erreichte man darin das Höchste schon im 16. Jahrhundert. Die Holzschnitte entsprechend wiederzugeben, blieb unsrer Zeit vorbehalten, und zwar ist die hier in Rede stehende Copie der kleinen Passion von C. Deis ohne Zweifel das Beste, was in dieser Beziehung geleistet worden. Verständniß und Geschick haben auf gleiche Weise gearbeitet, ein Werk zu schaffen, welches das Original möglichst wenig vermissen läßt. — Freunde der Dürer’schen Kunst werden gern hören, daß derselbe Meister gegenwärtig auch das Leben der Maria in Angriff genommen hat.

v. E.


Aufsätze in Zeitschriften.

Das Ausland: Nr. 19, S. 452. Aeltere (vorchristliche) Einwanderung von Angelsachsen nach England. — Nr. 22, S. 510. Flußnamen. — Nr. 23, S. 533. Ueber den Ursprung der menschlichen Sprache. Nachtrag. (Dr. G. Jäger.)

Die Biene: Nr. 15. Schloß Ambras in Tirol.

Kathol. Blätter aus Tirol: Nr. 15. Zur Geschichte des religiösen Sektenwesens in Tirol.

Ergänzungsblätter: III, 9, S. 530. Die Kunstindustrie. II. Geschichtlicher Rückblick auf die Hauptzweige derselben.

Europa: Nr. 21, Sp. 667. Die Loge im Dienste des Teufels. (Teufelsbündnisse betr.)