62) Die bekannte Schloßruine zu Cochem, bisher königliche Domäne, ist mit dem 15. Juni in den Besitz des Commerzienraths Ravené zu Berlin übergegangen, der die Burg in ihrem frühern alterthümlichen Stile wieder aufzubauen beabsichtigt. Von der Ruine stehen gegenwärtig nur noch der alte, massive Thurm einige Reste des Hauptgebäudes der Moselfronte mit dem sog. Hexenthurm und die weitläufigen Ringmauern mit dem Thore.
(Ill. Ztg. Nr. 1302.)
63) In Prag ist an dem Hause Nr. 351 in der Bethlehemsgasse, wo vor mehr als fünfthalbhundert Jahren Johann Huß wohnte, eine marmorne Denktafel mit bezüglicher Inschrift angebracht worden.
(Dies. Nr. 1300.)
64) Das Genfer National-Institut hat die historische Monographie „Ueber den Ursprung der schweizerischen Eidgenossenschaft“ von Jul. Hugo Hungerbühler aus St. Gallen, z. Z. Cand. jur. in Heidelberg, mit dem ersten Preise von 600 Frcs. gekrönt und dieser französisch geschriebenen Concursarbeit die Ehre des Druckes in seinen Annalen zuerkannt.
(Dies. Nr. 1298.)
65) Den Nürnbergern haben wir — schreiben die Schles. Provinzialbl. in ihrem Märzheft — einen Landsmann namhaft zu machen, der hier (in Breslau) begraben ist und ein ungemein trefflich gearbeitetes Denkmal von feinem Sandstein auf der Wetterseite des Domes besitzt. Es stellt die so beliebte „Gregoriusmesse“ dar. Der Stifter kniet rechts und hat als Wappen auf spätgothischem Schilde einen gekrönten Vogel. Erdmann (Beschreibung des Domes, 22) konnte die saubere Minuskelschrift nicht lesen, sie lautet: Anno do’ 1506 am obent erhebunge des heiligen creuczis ist gestorben der Erbar Hans Steger seidenhefter von Nornberg alhy begraben dem got genedig sey.
66) Zu Trier ist in einem Grundstücke zwischen dem Neu- und Brückenthore, wo die Gebrüder Schloß ein Magazingebäude aufführen lassen, ein römisches Bauwerk aufgefunden worden, das unter Anderm noch unbeschädigten Wandverputz mit gemalten Figuren zeigt. Domkanonikus v. Wilmovsky hat von diesem Funde genauen Vormerk genommen und einzelne Theile der Wandbekleidung in Verwahrung gebracht.
(Ill. Ztg. Nr. 1300.)
67) Bei den Ausgrabungen in einem Thurm des Römercastells Osterburken hat der Mannheimer Alterthumsverein unter andern Anticaglien, Waffenüberresten, chirurgischen Instrumenten, Schlüsseln, einer Münze von Commodus u. s. f. einen merkwürdigen Inschriftstein gefunden. Er gehört der dritten aquitanischen Cohorte, die von Philippus Arabs oder ihm zu Ehren den Namen Philippina trug, und ist ihrem Genius gewidmet. Die Inschrift der offenbar in der Mauer angebrachten Arula lautet: GENIO OPT · COH · III · AQVIT · PHILIPPI ANAE· Es ist dies unter Anderm auch ein neues Indicium, daß das Castell bald nach Philipp, bis zu welchem bis jetzt die Münzfunde reichen, zerstört worden sei.