75) Die Kapelle zu St. Bartholomä am Königssee war in der jüngsten Zeit sehr baufällig geworden. Da die Pfarrkirchenstiftung St. Andrä in Berchtesgaden, welcher der bauliche Unterhalt obliegt, absolut leistungsunfähig ist, so sollte die Kapelle zum Abbruch gelangen. Hiedurch würde jedoch der Königssee in historischer und ästhetischer Beziehung eine schöne und eigenthümliche Zierde verloren haben; König Ludwig II. von Bayern befahl daher, daß die Kapelle auf Kosten der Kabinetskasse wiederhergestellt werde. Die desfalls vorgenommenen baulichen Reparaturen sind nun vollendet, und am St. Jakobstage (25. Juli) wurde in der renovierten Kirche der erste feierliche Gottesdienst gehalten.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 386.)

76) Am 26. Juli wurde in Lüttich das Monument Karl’s des Großen enthüllt, welches die Stadt und die Provinz diesem Kaiser errichtet haben, den sie zu ihren speziellen Landsleuten zählen, weil die Vorfahren desselben in dortiger Gegend Besitzungen hatten, nach welchen sich einige derselben benannten, wie z. B. Herstall und Landen. Uebrigens ist, wie bekannt, Karl’s Geburtsort mit Sicherheit nicht zu ermitteln. Das Monument ist eine Reiterstatue in Bronze auf einem Postamente von weißem französischen Sandstein; an dem Postamente befinden sich sechs kleine Bronzestatuen, welche Karl’s Vorfahren darstellen. Die Reiterstatue mißt 5 Meter in ihrer ganzen Höhe, das Postament ist 7 Meter hoch. Das Denkmal ist das Werk des Bildhauers Jehotte, Professors an der Brüsseler Akademie. Es ist in Brüssel gegossen.

(Ders. Nr. 390.)

77) Am 10. Juli eröffnete, wie die Heidelb. Zeitung Nr. 163 und die Bad. Landesztg. Nr. 163 u. 164 berichten, der Fabrikbesitzer Karl Metz eine von ihm selber während einer langen Reihe von Jahren zusammengebrachte Sammlung von Alterthümern und andern Gegenständen der verschiedensten Art, welche, aufgestellt im Hause Nr. 22 vor dem Karlsthor (Hausacker genannt) der Stadt Heidelberg, namentlich enthält: Kirchliches, Folterwerkzeuge und Richtschwerter, Waffen und Rüstungen, musikalische Instrumente, Thür- und Schrankschlösser, Porzellansachen, Münzen, Uhren, Autographen, Reliquien und Curiositäten. Hervorzuheben ist eine in einem der höher gelegenen Zimmer angebrachte Holzvertäfelung, welche zu Anfang des 17. Jahrh. die Arbeitsstube des Bürgermeisters der Stadt Zürich schmückte.

78) Die erste Abtheilung der berühmten Ritter v. Schultheß-Rechberg’schen Münz- und Medaillensammlung ist im Juni in Dresden unter lebhafter Betheiligung fremder Käufer versteigert worden. Viele der bedeutendern Stücke sind in Deutschland verblieben und theils für öffentliche Sammlungen, theils von Privaten erworben worden. Auch das kön. Münzkabinet in Dresden hat sich die Gelegenheit zur Bereicherung nicht entgehen lassen, noch größere Summen verausgabte das Berliner Museum zu Anschaffungen. Andere Stücke sind nach der Schweiz, nach Frankreich, Italien, Schweden, Russland, England, selbst nach Amerika gewandert. Es wurden bedeutende Gebote erzielt und ein Thaler häufig mit 30–50, selbst mit 60–100 Thalern bezahlt, wie der Thaler des Salzburger Erzbischofs Leonhard von Keutschach vom Jahre 1504 mit 105 Thalern., ein Doppelthaler des Cardinals von Dietrichstein, Bischofs von Olmütz, ebenso hoch etc. Die zweite Hälfte der Sammlung, 4000 Stück, darunter viele Seltenheiten, wird im Mai k. J. versteigert. Diese numismatische Sammlung hat vor ihrer Zerstückelung eine wissenschaftliche Bearbeitung durch die Brüder Erbstein erfahren und somit wenigstens auf dem Papiere den Charakter der Untheilbarkeit erlangt.

(Ill. Ztg. Nr. 1309.)

79) Wie man aus Fronhofen bei Simmern schreibt, hat ein Arbeiter beim Steinbrechen zu Unzenberg, in der Nähe des römischen Standorts Dommissas bei Kirchberg, einen Topf mit 840 Silbermünzen gefunden, die sämmtlich etwas schwerer sind als ein 2½ Silbergroschenstück. Diese Münzen tragen ein Bildniß mit der Inschrift: „Probus Marcus Aurelius“ und sind ganz gut erhalten. Da der Deckel des Topfes fehlte, so haben die Inschriften meist einen leichten Ueberzug.

(Dies. Nr. 1308.)

80) Bei Trifail (Steiermark) stieß bei Urbarmachung eines Waldes der Spaten eines Landmanns auf ein Gefäß, welches etwa 1 Fuß tief unter der Oberfläche lag und mit etwa 300 großen, massiven, wohlerhaltenen Silbermünzen, anscheinend keltischen Ursprungs, gefüllt war.