Allgem. Zeitung: Beil. Nr. 261. Prof. Aschbach und die Gedichte der Nonne Roswitha. (Wilh. Christ.)

Illustr. Zeitung: Nr. 1315, S. 183. Der Feenstein bei Regnier in Savoyen. (W. Lampmann.) — Nr. 1316, S. 199. Land und Leute in Mecklenburg. — Nr. 1317, S. 221. Das „goldene Rössel“ zu Altötting. (Hans Weininger.)

Land- und forstwissensch. Zeitung der Prov. Preußen. Nr. 34. Der Mörtel in den Bauten des Deutschen Ordens in Preußen. (R. Bergau.)


Vermischte Nachrichten.

96) Der internationale Congreß für Alterthumskunde und Geschichte nahm nach dem vorausgeschickten Programm vom 14.–21. September seinen Verlauf. Die Betheiligung war zahlreich; hervorragende Gelehrte vom In- und Auslande hatten sich eingefunden, letztere namentlich aus Frankreich, Belgien, England und Rußland. Geleitet von den Präsidenten Berghauptmann Nöggerath und geh. Regierungsrath von Quast, unterstützt von den Generalsekretären Prof. aus’m Weerth und Dr. Dognée aus Lüttich, theilte sich die Versammlung in drei Sectionen: für die Urgeschichte, das heidnische Alterthum und für die christliche Zeit. Schlossen sich die Vorträge auch nicht genau an das aufgestellte Programm, so kamen doch die darin zum Vorwurf gebrachten Fragen fast ohne Ausnahme zur Behandlung, und wenn es, namentlich was die erste Section betraf, in der Natur der Sache lag, daß eine vollständige Lösung der Fragen nicht gegeben werden konnte, so galt es doch viel, den Standpunkt klar gelegt zu sehen, bis zu welchem die Wissenschaft sich der Lösung genähert hatte. Von besonderem Interesse war es, Vertreter von Fächern, die bis dahin kaum noch gemeinschaftlich auf einen Punkt hingewirkt, denselben Gegenstand von verschiedenen Seiten beleuchten und so verwandschaftliche Berührungen einzelner Zweige der Wissenschaft aufgedeckt zu sehen, deren Begegnung äußerst anregend und befruchtend wirken mußte. Durch alle in Betracht kommenden Umstände begünstigt, fanden auch die Ausflüge nach archäologisch wichtigen Punkten in der näheren oder ferneren Umgebung der Stadt Bonn zahlreiche Betheiligung, so nach der Doppelkirche zu Schwarzrheindorf, den Ruinen von Heisterbach, Godesberg, Rolandseck u. s. w. Vor allem wurde ein Besuch der archäologischen Merkwürdigkeiten der Stadt Köln unter kundiger Leitung des Stadtarchivars Dr. Ennen und des Herrn von Quast eine Fundgrube der Belehrung. Mehr noch galt dieses von der für den Congreß im Capitelsaale der Münsterkirche und einem Theile des Kreuzganges angeordneten Ausstellung, zu welcher die Dome zu Trier, Aachen, Limburg, Minden, die Kirchen zu Essen, Deutz, Xanten, Quedlinburg, St. Denis bei Paris, das Musée des Souverains daselbst, das königliche Museum zu Berlin, der Verein der Alterthumsfreunde im Rheinlande, das germanische Museum zu Nürnberg, die Bibliothek zu Gotha, der König von Preußen, die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, von Wied und viele Private, namentlich mit Rücksicht auf sonst schwer zugängliche Schätze des Alterthums, beigesteuert hatten, worin Stoff zu eingehenden Besprechungen für alle Sectionen, namentlich aber Material für eine Uebersicht der Geschichte des Email gegeben war, wie sie reichhaltiger und entsprechender niemals beisammen gefunden sein dürfte.

97) Das berühmte Bild in der Marienkirche zu Danzig: „Das jüngste Gericht“, ist von den neuem Kunstkritikern bekanntlich fast einstimmig als ein Werk Hans Memling’s anerkannt worden. Früher hielt man Johann van Eyck, dann Albert von Ouwater, Hugo van der Goes oder auch Roger van der Weyden für den muthmaßlichen Urheber. Jetzt ist aus Brügge die Kunde nach Danzig gelangt, daß Weale, ein bedeutender Forscher auf dem Gebiete altvlämischer Malerei, den Niederländer Stourbout als den wirklichen Maler des Bildes ermittelt habe. Laut eines noch existierenden Contracts hat Stourbout „Das jüngste Gericht“ für eine mailändische Adelsfamilie gemalt, die Weale aus den Wappenschildern auf der Rückseite des Gemäldes noch bestimmt zu recognoscieren gedenkt.

(Ill. Ztg. Nr. 1315.)

98) Dem Dr. Salviati in Venedig, dessen Glas-Mosaiken und Gläser auf der letzten Pariser Ausstellung gerechtes Aufsehen gemacht haben, ist die Restauration der bekannten mosaicierten Marienstatue zu Marienburg für den Preis von 1100 Thalern übertragen worden.

R. Bergau.