99) Da die bisherigen Publicationen von Frick, Büsching etc. des historisch wie künstlerisch gleich wichtigen Ordenshaupthauses Marienburg, welches man wol mit Recht als die bedeutendste aller aus dem Mittelalter uns erhaltenen Profanbauten bezeichnen kann, als ungenügend sich erwiesen, bereitet Blankenstein in Berlin eine neue, vollständige, dem hohen Werth des Gebäudes und dem heutigen Stande der Wissenschaft entsprechende Aufnahme und Publication desselben vor.
R. Bergau.
100) Der König von Preußen hat die Summe von 20,000 Thlrn. als Beitrag zum Ausbau der Liebfrauenkirche in Trier bewilligt.
(Ill. Ztg. Nr. 1316.)
101) Bei Gelegenheit des Umbaues der Sacristei des Kölner Doms mußte das an der Ostseite stehende altare fixum abgebrochen werden. Die im sepulchrum vorgefundene Urkunde ergibt die interessante Notiz, daß der Altar bereits im Jahre 1271 (die letzte Ziffer ist nicht mehr deutlich, dem Anscheine nach aber eine 1), also 31 Jahre nach der Grundsteinlegung des Doms, und zwar durch den sel. Albertus Magnus, consecriert worden ist. Die Urkunde lautet: In Nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Consecratum est hoc altare a venerabili patre Domino Alberto episcopo quondam Ratisbonnensi regnante rege Rudolfo sub venerabili patre nostro Syfrido Coloniensi Episcopo in honorem Thome martyris atque pontificis, Beatae Mariae Magdalenae et Gregorii Papae anno Domini MCCLXXI in vigilia Cosmae et Damiani.
(Organ f. chr. Kunst Nr. 17.)
102) In Köln ist im Garten eines Hauses der Christophstrasse, bei der Ausschachtung eines Kellers, 10 Fuß tief, das untere Stück eines schmalen römischen Weihaltars aus Jurakalk gefunden worden. Erhalten ist nur der Sockel und der Schluß der Inschrift: SVLEVIS S* L* M* P. Sulevis solvit (oder sua?) lubens merito posuit. Die matres Suleviae, denen der Altar gewidmet war, sind auch sonst bekannt. Ein in Deutz gefundener, ihnen geweihter Stein ist verloren gegangen, ebenso ein auf der Schweppenburg bei Andernach befindlicher Altar. In Italien, Frankreich und England findet man sie. Aber auch in der Einheit kommt eine Göttin Sulevia oder Sulivia vor. Der Name des Weihenden begann hier die Inschrift. Die Weihungsformel weicht von der gewöhnlichen ab. Der Stein ist vom Museum erworben worden.
(Ill. Ztg. Nr. 1316.)
103) Bei Gelegenheit einer Rectification des Pflasters auf einem öffentlichen Platze der Stadt Zürich stieß man auf zahlreiche Gefäße und Scherben römischen Ursprungs. Diese waren auf einem so geringen Raume vereinigt, daß von einer planmäßigen Ausgrabung viel zu erwarten ist. Dr. Ferd. Keller vermuthet, daß hier ein römischer Tempel gestanden sei.
(Dies. Nr. 1319.)