120) In Lüttich will man ein Gemälde von Teniers aufgefunden haben. Ein Speisewirth hat das Bild, welches ganz mit Schimmel bedeckt war, in einer Auction erstanden. Es stellt den heiligen Antonius dar, wie er vom Teufel versucht wird. Dem Besitzer sind bereits hohe Preise von Kunstfreunden geboten worden.
(Monatsrosen 1869, Nr. 1.)
121) In Nr. 2 des diesjährigen Anzeigers habe ich nähere Nachricht von der höchst bedeutenden Sammlung mittelalterlicher Paramente in der Marienkirche zu Danzig gegeben. Jetzt kann ich die erfreuliche Nachricht hinzufügen, daß dieselbe binnen Kurzem auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden soll, indem zu Ostern k. J. im Verlage von Kasemann in Danzig ein großes Werk erscheinen wird, welches photographische Abbildungen aller interessanten Stücke nebst einem beschreibenden Text von Hinz enthalten wird.
R. Bergau.
122) Seit dem 7. Oktober erscheint in Berlin eine neue Wochenschrift für Kunst unter dem Titel: „Blätter für bildende Kunst“, Organ des Preußischen Kunstvereins, herausgegeben unter Mitwirkung namhafter Fachmänner von C. Schönau. Wenn sich das Blatt auch als „Organ des Preußischen Kunstvereins“ ankündigt, so will es doch auch die allgemeinen Kunstinteressen in ausgedehntestem Maße vertreten. Es bringt größere abhandelnde Artikel, Mittheilungen aus dem Berliner Kunstleben, auswärtige Original-Correspondenzen, Kritiken neuer Werke, eine Rundschau auf dem Gebiete der Kunstliteratur, Biographieen und Charakteristiken hervorragender Künstler etc. Die Redaktion hat im Programm den Grundsatz aufgestellt, eine durchaus unparteiische Kritik üben zu wollen. Für Künstler und für die Mitglieder des Preußischen Kunstvereins hat der Herausgeber den Abonnementspreis auf 1 Thlr. pro Quartal bei directer Bestellung in der Redaktion in Berlin, Dorotheenstrasse 31, ermäßigt. Für andere Abonnenten im In- und Auslande beträgt das Abonnement 1 Thlr. 10 Sgr. vierteljährlich.
123) An der Mauerseite, wo in Regensburg ehedem der Hallerthurm stand, ist eine Gedenktafel angebracht worden, welche die Inschrift trägt: „Hier wurde der Hallerthurm, im Jahre 1542 vom Bauherrn Haller mit einer Uhr versehen, früher das Ostenthor (Porta orientalis), zur Erweiterung der Durchfahrt im März 1868 abgebrochen. Vor diesem Thore fiel bei einem Ausfall gegen Kaiser Otto’s Heer der tapfere Pfalzgraf Arnulf, von Pfeilen durchbohrt, im Jahre 954.“
(Augsb. Postztg. Nr. 256.)
Mittheilungen.
>Es sind in den letzten Jahren wiederholt in der „Allgemeinen Zeitung“ und anderen Blättern, so jüngst in Nr. 273 der Spener’schen Zeitung in Berlin, Artikel, mit „A.“ unterzeichnet, über das germanische Museum erschienen, die zwar mitunter das unter meiner Leitung Erreichte sehr anerkennend hervorheben, dabei aber wieder Ansichten aufstellen, die ich so wenig theile, daß ich mich verpflichtet fühle, öffentlich zu constatieren, daß ich nicht nur in gar keiner Beziehung zu diesen Artikeln stehe, sondern auch lebhaft bedauere, dieselben nicht verhindern zu können, indem ich wohl fühle, daß sie durch Hervorhebung von Dingen, die längst von competenter Seite entschiedene Verurtheilung erfahren haben, dem Rufe des Institutes schaden müßten, wenn sie als von der Vorstandschaft desselben ausgehend angesehen würden.