Bei diesem Stande der Sache war es von großem Interesse für mich, als ich auf den unter [Nr. 5] abgebildeten Grabstein K. Rudolf’s von Habsburg im Dome zu Speyer[232] aufmerksam gemacht wurde und einen Abguß des Brustschildes mit dem Doppeladler erhielt.
Durch dieses Denkmal schien der bisher fehlende historische Zusammenhang zwischen dem ersten Erscheinen dieses kaiserlichen Wappenbildes zu Anfang des 13. Jahrh.[233] und den Siegeln K. Sigismund’s hergestellt und dessen Vorkommen auf der erwähnten Goldmünze K. Ludwig des Bayern erklärt zu sein.
Je wichtiger aber dieses Denkmal für die Entscheidung der vorliegenden Frage war, um so genauer mußte untersucht werden, ob wir es wirklich hier mit einer gleichzeitigen Arbeit zu thun haben.
Dagegen, d. h. für eine spätere Ausführung des Monumentes, sprachen:
I. Der Stil des Ganzen und die sehr individuelle Auffassung der Figur, die nach Essenwein nicht mehr auf das 13. Jahrhundert hinzudeuten scheinen und nach v. Eye eher der Zeit Karl’s IV. entsprechen;
II. der Umstand, daß der Grabstein des Kaisers von Marmor gewesen sein soll, der vorliegende aber von Sandstein ist, und nicht im Dome, sondern in der Ruine des Johanniterhofes im Schutte gefunden wurde; und
III. der Doppeladler an und für sich[234] und seine für die damalige Zeit ungewöhnliche Form[235].
Für die Gleichzeitigkeit des Denkmals sprachen jedoch: