(Ill. Ztg. 1326.)

125) Beim Bau des Eisenbahndammes (schreibt man aus Münster v. 12. Decbr.) haben sich diesseits der neuen Emsbrücke in der Gegend einer alten Umwallung 4 höchst interessante und seltene Bronzegegenstände gefunden, die sämmtlich ungefähr dieselbe Form haben; nur sind 2 etwas kleiner im Umfange und Durchschnitten. Einen besondern Namen kann man ihnen nicht geben, da man mit Sicherheit nichts darüber anzugeben vermag, wozu sie ursprünglich gedient haben. Gestalt und Grösse hält ungefähr die Mitte zwischen Hufeisen und dicken Ringen. Aeußerlich liegen an der geraden Seite blattartige Querreifen, auf dem rundlichen Bügel Gravierungen, zu welchen bei einigen Exemplaren noch Löcher hinzukommen.

(Köln. Ztg. Nr. 348, 2. Bl.)

126) Beim Ausgraben eines Wasserbehälters an der Südseite der Stadt Boppard sind die Arbeiter in einer Tiefe von etwa 8 Fuß auf mehrere alte steinerne Särge gestoßen, welche aus einem weichen Stein gehauen und theils mit einem steinernen ausgewölbten Deckel, theils mit Steinplatten zugedeckt sind. Die trogartig ausgehauenen Särge sind noch gut erhalten und von verschiedener Größe. Nach dem Inhalte der Särge zu schließen, gehören sie etwa dem 5. Jahrh. an. Es fanden sich darin bei den Gebeinen verrostete, aber in ihrer Gestalt noch gut erkennbare Schwerter, Schmuckgegenstände und vollständig gut erhaltene, weiche Steine von der Grösse eines Ziegelsteines, deren Inschriften noch so leserlich sind, als wären sie erst vor einem Jahre ausgegraben. Die charakteristischen Lettern lassen das Zeitalter mit Bestimmtheit erkennen; auf einem der Steine liest man: Hic requiescit in pace Chrodbertus..... (unius?) anni. Der kleine Sarg, worin sich dieser Stein befand, scheint einer Kinderleiche angehört zu haben. Ein anderer Inschriftstein, der in einem der Särge lag, enthält bei dem Namen die Bemerkung: presbyter X ann. (während 10 Jahre Priester?). Ein Sarg ist offenbar aus einer früheren römischen Votivtafel ausgehauen; seine untere Fläche zeigt genau die Form einer solchen und eine vertilgte ältere Inschrift. Deutliche Skulpturen, von welchen eine ein Meerungeheuer mit Wolfsrachen und Fischschweif darstellt, das von einem Manne bekämpft wird, sind daran noch sichtbar.

(Dies. Nr. 347, 2. Bl.)

127) In Alt-Ofen ist man auf dem Grund und Boden der ersten Alt-Ofener Kalk- und Ziegelbrennerei-Actiengesellschaft auf römische Grabstätten gestossen, die aus Backsteinen hergestellt sind. Einer der dazu verwendeten Ziegel trug den Stempel Leghardi. Zwei Skelette wurden in den Gräbern gefunden, darunter das eine das Gerippe eines Kindes, neben dem ein silberner Ohrring lag. Die Nachgrabungen werden fortgesetzt.

(Ill. Ztg. Nr. 1328.)

128) Bei den Restaurationsarbeiten des Kaiserhauses in Goslar ist ein für den Wiederaufbau wichtiger Fund, der über den inneren Ausbau Licht verbreitet, gemacht worden. Die Nachgrabungen haben in Fortsetzung zu den beiden Säulen an der Rückwand zu Seiten des Thrones je zwei 4 Fuß lange und 3 Fuß breite Säulenlager, in Zwischenentfernung von etwa 15 Fuß durch Sandsteinbogen verbunden, in der Richtung nach der Vorderseite des Gebäudes freigelegt, also zu beiden Seiten des mittelsten der vorhandenen sieben Gewölbe. Da diese vier Säulenlager die einzigen vorhandenen sind, so berechtigt der Umstand zu dem Schlusse, daß die Decke des ganzen Saales nicht eine gewölbte war, zumal sich oben auf dem Mauerwerke noch hie und da Spuren der alten Balkenlager finden, und ferner, da noch jetzt das Gebäude mitten über der Fronte einen Erker trägt, daß der Mittelbau über und vor dem Throne, eben von vier steinernen Säulen (von einer findet sich auch noch die Basis) getragen, sich bis ins Dach hinein erhob.

(D. Kunstztg. Nr. 42.)