27) Am Hollerfelde zu Glas bei Salzburg ergaben sich neue Funde antiker Gegenstände, besonders die Hälfte einer in Bronze gegossenen, gesimsartigen Abgrenzung irgend eines Möbels, das ob der Feinheit der Gesimsgliederung und der auf horizontaler Fläche mit filigraner Zartheit eingegrabenen und mit glitzerndem Zinn ausgegossenen à la grec-Verzierung sich auszeichnet. Nebst mannigfachen Details von Kettchen, Schlössern, Schließhaken und Handhaben bietet das eiserne Doppelcharnier eines Kästchens besonderes Interesse. Nahe einer aus einem einzigen Kalksteinblocke gemeißelten Wanne fand sich ein runder Kessel aus weißem, flimmernden Kalkstein und dessen gefalzter Deckel aus Sandstein mit einem eisernen Ringe. Ferner wurden Töpferwaaren von sehr roher Arbeit, Zähne und Knochen von Pferden angetroffen, was anzudeuten scheint, daß hier ein Römersitz feindlich überfallen worden ist, wobei in überstürzender Gefahr die Gegenstände des feinsten Luxus mit Töpfen u. s. w. zusammengeworfen wurden.
(Dies. Nr. 1288.)
28) Bei Erdaufgrabungen zunächst dem Dorfe Dernovo in Krain, woselbst die altrömische Stadt Noviodunum gestanden, sind wieder interessante Alterthümer gefunden worden, darunter eine fein gearbeitete Marmorplatte, eine Agraffe aus Bronze, kupferne und silberne Münzen mit dem Namen der römischen Kaiserin Julia Maesa und des römischen Feldherrn Nausidius etc. Eine 4 Fuß lange Bleiröhre, deren Durchmesser über 3 Zoll beträgt, wurde unter Mauertrümmern so eingelegt gefunden, daß daraus mit Sicherheit geschlossen werden kann, sie habe einer Wasserleitung angehört.
(Dies. Nr. 1287.)
29) Zu Laferrière, im Arrondissement Napoléon-Vendée, hat man eine große Anzahl Goldmünzen gefunden, im Werthe von etwa 30,000 Frcs. und bestehend aus spanischen, italienischen, portugiesischen und einigen wenigen deutschen und Schweizer Münzen. Die jüngste Präge ist vom Jahre 1571. Man vermuthet daher, daß die Münzen während der Religionskriege der Ligue vergraben wurden und aus einem spanischen Subsidium herstammen.
(Korr. v. u. f. D. Nr. 123.)
30) Auf dem Felde zu Jilstedt, im Kirchspiel Gjörding (südl. Jütland), ist in letzter Zeit eine Grabkammer aufgedeckt worden, in welcher sich mehrere Sachen aus der Zeit des Steinalters befanden. Die größte Merkwürdigkeit bei dieser Entdeckung ist, daß die Grabkammer nicht, wie die bekannten Hünen- oder Riesengräber, einen Hügel bildet, sondern sich in völlig flachem Felde befindet.
(Ill. Ztg. Nr. 1286.)
31) Ueber die Ausgrabungen am Jahdebusen berichtete Geheimrath Quast im Verein für die Kunst des Mittelalters und der Neuzeit in Berlin. Dort befindet sich nämlich innerhalb der Watten der ehemalige Kirchhof des Städtchens Band, welches bei dem Vordringen des Meeres weiter ins Land gerückt ist. Hier waren einige altchristliche Sarkophage gefunden worden, worauf Geheimrath Quast planmäßig nachgraben ließ und noch eine weitere Anzahl entdeckte. Diese Sarkophage besitzen eine große Aehnlichkeit mit andern, welche in Köln, Mainz und Wiesbaden aufgefunden wurden und auf einen gemeinsamen Fabrikationsort am Mittelrhein schließen lassen.
(Dies. Nr. 1285.)