Beiträge zur Geschichte des Staatsministers Paul von Fuchs. Von Dr. von Bülow. — Chronologisches zu den Missionsreisen Bischofs Otto von Bamberg. Von Dir. Lehmann. — Achter Brief Phil. Hainhofer’s aus Augsburg an Herzog Philipp von Pommern. 1610. Von Dr. Schlegel. — Fund im Torfmoor bei Gingst. Mitgetheilt vom Grafen von Krassow. (Mit Abbild.) — Bruchstück eines mittelniederdeutschen Menologiums. Mitgeth. von R. Hasenjäger. (Mit 2 Tafeln.) — Einquartirungskosten zu Greifenberg. 1675.
Schriften des Vereins für die Geschichte der Stadt Berlin. Heft XVI. Das Berliner Handelsrecht im 13. und 14. Jahrhundert. Von Dr. jur. Friedrich Holtze. Berlin, 1880. 8. 100 Seiten.
Zeitschrift für Ethnologie. Organ der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie u. Urgeschichte. Unter Mitwirkung des.. Vorsitzenden... R. Virchow herausgegeben von A. Bastian u. R. Hartmann. Elfter Jahrgang, 1879. Heft IV u. V. Mit Taf. XIV u. XV. Berlin, 1879. 8.
Das Gräberfeld bei Gerdauen. Von A. Hennig. — Miscellen.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
9) Die Holzbaukunst. Vorträge an der Berliner Bauakademie gehalten von Dr. Paul Lehfeldt. Berlin, Julius Springer. 1880. 8. VIII u. 274 Stn. mit Illustrationen.
Wenn es von Interesse ist, zu vergleichen, wie eine Kulturperiode sich auf den verschiedensten Gebieten in verwandter Weise befruchtend thätig zeigt, und wie alles, was sie geschaffen, einen gemeinsamen Stempel trägt, so ist auch hoch interessant zu untersuchen, wie ähnliche Aufgaben von den verschiedensten Kulturperioden gelöst worden sind, wie ein und dasselbe Material zu allen Zeiten Verwendung gefunden und welche Gemeinsamkeit die Erzeugnisse eines solchen Gebietes sich durch alle Kulturperioden bewahren, wie weit also ganz besonders der bestimmende Einfluß der Aufgabe und des Materials gegangen ist. Dies auf dem wichtigsten Gebiete des Lebens, jenem des Baues, insbesondere des Wohnhausbaues, mit dem seit den urältesten Tagen des Menschengeschlechtes vorzugsweise dazu verwendeten Materiale zu versuchen, hat sich der Verfasser in seinen Vorträgen zum Ziele gesteckt. Der Werth einer solchen Untersuchung beruht natürlich zunächst darauf, daß die Eigenschaften des Materials untersucht und der aus denselben sich von selbst ergebende Einfluß auf die Konstruktion und Formengebung festgestellt werde, welcher sich ganz gleichmäßig unter allen Kulturverhältnissen geltend machen muß, um so zu erkennen, was gleichmäßig durch alle Kulturperioden sich an den Werken wiederfinden muß; in zweiter Linie steht sodann die Aufgabe, zu untersuchen, wie fügsam sich das Material auf der anderen Seite den verschiedenen Kulturströmungen und Kunstanschauungen zeigt, und welche Verschiedenheiten sich demgemäß in der Lösung der Aufgaben allenthalben erkennen lassen.
Wenn wir nun heute die Erscheinung vor uns haben, daß als „Kunst“ nur die Handhabung gewisser Formen, die auf den Schulen gelehrt werden, gilt, daß das aber das Volk, das nicht in der Bauschule gebildet ist, sich in naiver und eigener Weise des Materials bedient und so eine volksthümliche Kunst der akademischen gegenübersteht, ein Verhältniß dessen Verschwinden sicher durch Werke wie das vorliegende befördert wird, so ist es für den denkenden Fachmann doch hochinteressant, zu sehen, welche Fülle trefflicher Motive die naive Behandlung zu unserer Zeit in dem bildsamen Materiale gefunden, andererseits aber, wie auch zu anderen Zeiten sich die naive Anschauung bewährt hat; wie diese mitunter es war, die dem Boden der Kunst allein Nahrung gab; wie wieder zu anderen Zeiten ihre Formenwelt mindestens gleichberechtigt neben jener stand, die sich aus der Arbeit mit anderen Materialien entwickelte; besonders lehrreich aber ist, zu sehen, was sich als naturgemäßes Resultat der Eigenschaften des Materials gleichmäßig allenthalben wiederfindet, und wie weit darin Konstruktionsmotive ohne eine gesuchte äußerlich schulgemäß festgestellte Formenwelt zu künstlerisch höchst wirksamen Bildungen hinführen, so daß der Holzbau ein Gebiet darstellt, auf welchem die heute mit so viel Aufwand und wenig Erfolg ventilierte Stilfrage vollständig verschwindet.