67) Aus Meklenburg, 13. März. Ein seltener Fund wurde, wie aus dem Städtchen Lübz gemeldet wird, kürzlich in dortiger Gegend von einem Erbpächter gemacht. Derselbe ließ einen an Altersschwäche leidenden Koffer zu Brennholz zerschlagen. Beim Abspalten des Holzes fällt aus einer unter der sogen. Beilade befindlichen kleinen Lade ein Beutel mit 32 Geldstücken heraus, welche die Größe eines Thalerstückes und die Dicke eines Markstückes haben. Es waren meist ⅔ Thalerstücke von Meklenburg und Braunschweig-Lüneburg u. A. aus den Jahren 1691 und 1699. Die älteste dieser Münzen enthält die Jahreszahl 1683, die jüngsten dagegen diejenige von 1795. Außer diesen Münzen fand sich eine Quittung von der Größe eines Quartblatts vom Jahre 1771 in der Beilade.

(Numism. sphrag. Anzeiger, Nr. 4).

68) Meppen, 19. März. Wie uns mitgetheilt wird, sind in der vergangenen Woche in Geeste, Amts Meppen, beim Aufbrechen des Fußbodens in einer Scheune alte Münzen und Gold- und Silbersachen in einem Topfe gefunden worden. Die Münzen sollen dem 17. Jahrhundert stammen.

(Daselbst).

69) Vilshofen, 27. April. Unsere Stadtgemeinde besaß einen Pokal, ein Straußenei vorstellend, mit Silberverzierung und in Gold gefaßt, ein Geschenk eines ehemaligen Kammerers Kilian Sidler, Gutsbesitzers in Hinterholzen bei Beutelsbach, aus dem Jahre 1567. In der Kunstausstellung zu München erregte der Pokal bereits die Aufmerksamkeit des Herrn v. Rothschild in Frankfurt, und schon im Vorjahr hatte ein Antiquitätenhändler 5000 m. dafür geboten. Dortmals scheiterte das Kaufsangebot, weil man den Preis zu gering fand. Vor einigen Tagen nun wurde der Pokal an einen Herrn aus München um 6500 m. verkauft.

(Fränk. Kurier, Nr. 220).

70) Unter den Auspicien des hochwürdigsten Bischofs Pancratius von Augsburg ist bekanntlich in sehr geeignetem Lokale nächst der Domkirche in Augsburg ein sogenanntes „Diöcesan-Museum“ entstanden, welches bereits so manche beachtenswerthe Gegenstände alter Zeit und Kunst, z. B. Bücher, Bilder, Münzen, hl. Gefäße etc. in sich begreift. Ein hierüber erschienenes oberhirtliches Ausschreiben hat sowohl den Stand dieser Sache klargelegt, als auch dazu Veranlassung gegeben, diese Sammlung durch geeignete Beiträge zu vermehren, und es sind seitdem auch so manche schätzbare Beiträge dem benannten Museum zugewendet worden.

(Augsb. Postzeitung, Beilage Nr. 42).

71) In Berlin hat in den Tagen vom 15.-17. April die jährliche Plenarversammlung der Centraldirection der Monumenta Germaniae stattgefunden. Dem Berichte über dieselbe entnehmen wir Folgendes. Im verflossenen Jahre sind folgende Bände ausgegeben worden: von der Abtheilung der Auctores antiquissimi:

1) Tomi III. P. 2. Corippi Africani grammatici libri qui supersunt. Recensuit Josephus Partsch: