Der Arch.- und Ing.-Verein in Braunschweig hat bereits durch einen Entwurf von Straßenzügen an der betreffenden Stelle zur Genüge dargethan, wie bei Erhaltung und Ergänzung der Dankwarderoder Burg in vollkommenster Weise dem von Westen nach Osten aufzubessernden Verkehrswege genügt werden und der östlich sich anschließende ausgedehnte fiskalische Grund und Boden zu der Anlage großartiger, für die Stadt nothwendiger Bauten verwendet werden kann, so daß die alte Burg mit der Burgkirche inmitten einer reichen neuen Welt einen gebührenden ehrenvollen Platz einnehmen würde. Hoffen wir, daß der Sinn für Historisches und Erhaltung alter ehrwürdiger Monumente in Braunschweig so überwiegend groß sein möge, daß an maßgebender Stelle die Ruinenfreunde unterliegen, oder sich zum Besseren bekehren, damit wir ihnen freundlich die Hände wieder reichen können.“
62) Regensburg, 23. April. In der St. Ulrichskirche, die gegenwärtig dem historischen Vereine zur Unterbringung seiner römischen und germanischen Alterthümer eingeräumt ist, wurden dieser Tage interessante Ueberreste von Freskomalerei aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Besonders sehenswerth ist die ornamentale Einfassung des aufgedeckten Bildes, welche den Uebergangsstil aus der romanischen zur gothischen Bauart zur Anschauung bringt.
(Fränk. Kurier Nr. 213).
63) Anfangs April d. J. fand man bei Erweiterung des Kirchhofes zu Kleinschönau bei Zittau in ½ Meter Tiefe in geringer Entfernung von einander zwei Thongefäße mit alten Silbermünzen. In dem einen Gefäße befanden sich lauter Prager und Meißener Groschen und in dem anderen außer erwähnten Groschen noch eine größere Anzahl kleiner Meißener Münzen. Das Gefäß ist leider von den Arbeitern zerschlagen worden, und in die Münzen haben sich dieselben getheilt.
64) Nürnberg, 17. April. Am vergangenen Donnerstag wurde in dem zwischen Stein und Zirndorf gelegenen Orte Oberasbach ein interessanter Fund gemacht, indem beim Vergrößern einer Dungstätte eine große Anzahl Münzen, wol gegen 2000 Stück aufgefunden wurden. Es befinden sich darunter zwei Nürnberger Lorenzer Goldgulden von 1533 und 1538, 1 Thaler der Stadt Kaufbeuren und 10 weitere brandenburgischen, sächsischen, öttingen’schen etc. Gepräges, einige Halb- und Drittelsthaler, meist ebenfalls sächsischen Gepräges. Die übrige große Masse besteht aus Scheidemünzen des 16. Jahrhunderts; sie sind so stark oxydiert, daß von vielen das Gepräge nicht mehr zu erkennen ist. Da die jüngsten der gefundenen Münzen aus den Fünfziger Jahren des 16. Jahrhunderts herrühren, so ist der Schatz wahrscheinlich 1555–60 an den Fundort gebracht worden.
(Fränk. Kurier, Nr. 199).
65) In Neunkirchen bei Leutershausen hat, wie die „Fränk. Ztg.“ mittheilt, der Gutsbesitzer Uebelhör beim Ausgraben eines alten, in seinem Garten stehenden Baumes 11 Goldmünzen gefunden. Mehrere derselben tragen die Jahrzahl 1588, die neueste ist aus dem Jahre 1642.
(Fränk. Kurier, Nr. 197).
66) Schneeberg i. S. Beim Graben einer Schleuse fanden Arbeiter eine stark verrostete, verschlossene Büchse aus dickem Eisenblech; sie war in einer alten Grundmauer in einem hiesigen Hausgrundstück versenkt. Beim Graben vielleicht schon wurde die Wand des Gefäßes verletzt, und es kamen Münzen zum Vorschein. Die Arbeiter verhehlten den Fund und suchten ihn bei einem hiesigen Goldschmied umzusetzen, der ihnen auch einen Theil davon abnahm. Mittlerweile wurde die Sache ruchbar, und es gelang, den größten Theil des Fundes wieder zu erlangen, der jetzt auf dem Rathhause liegt. Fehlen sollen einige Ringe, die schon eingeschmolzen worden sind; vorhanden sind noch 126 Stück, zum Theil gehenkelte Goldmünzen von der Größe eines Silber-Fünfmarkstückes bis zu der eines 50-Pfennigstückes. Das Gepräge zeigt verschiedene Abstammungen; wir sahen darunter außer sächsischen englische und salzburgische Münzen. Das Gesammtgoldgewicht beträgt etwas über 500 Gramm. Außer den Münzen fanden sich noch 2 kleine silberne, grob gearbeitete Kruzifixe und 1 Ringstein, ein Onyx mit einem Wappen, 4 wagerechte Querbalken im Felde darüber die Buchstaben M D Z B. Der größere Theil der Goldmünzen ist zusammengerollt, ob ursprünglich oder neuerdings, ist ungewiß. Die Jahreszahlen auf den Münzen scheinen nicht über 1620 hinauszugehen, so daß man es muthmaßlicher Weise mit einem im 30 jährigen Kriege vergrabenen Schatze zu thun hat.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 191.)