Berlin.

W. Wattenbach.


Feldarbeit und Spinnen im 14. Jahrhundert.

Die hier wiedergegebene Abbildung zeigt uns einen Mann, mit der Hacke das Erdreich lockernd, der bei nackten Beinen nur mit der Tunica bekleidet ist, die er des bequemeren Arbeitens wegen aufgeschürzt hat. Bei ihm sitzt eine Frau in der Haustracht, mit der Spindel spinnend, während sie den Hanf an einer Kunkel befestigt hat, die auf einem Fußgestelle neben ihr steht. Zu ihren Füßen liegt ein Kind in der Wiege. Die Tracht der Frau zeigt, daß wir es keineswegs mit Leuten der untersten Volksschichten zu thun haben, auch die Tunica des Mannes, welche ihrer Länge wegen geschürzt werden mußte, zeigt den Mann besserer Stände, der sein eigen Gartenland bearbeitet und es sich bequem gemacht hat. Die Scene stellt Adam und Eva nach der Austreibung aus dem Paradiese dar und ist einer Reihe von Bildern auf Pergament gemalt entnommen, welche ehemals den Kopf jeder Seite eines sorgfältig illustrierten Speculum humanae salvationis bildeten, bei denen jedoch der Text durchweg abgeschnitten ist. Die Folge trägt die Nummer 5970 der Bibliothek des germanischen Museums und gehört dem 14. Jahrhundert an.

Nürnberg.

A. Essenwein.


Der Marktplatz einer Stadt.