Ein poetischer Fluch.
In einem handschriftlichen Kalendar aus dem 15. Jahrhundert, das sich in der bischöfl. Seminarsbibliothek zu Brixen befindet, stehen am unteren Rande des vorderen Deckelblattes nachfolgende Verse. Die Verszeilen sind nicht abgesetzt. Jemand, der am Inhalte Anstoß nahm, hat das Ganze durchstrichen, wodurch das Lesen der ohnehin ziemlich flüchtigen Schrift sehr erschwert wird. Der Verfasser ist unbekannt.
er hat sein zunge geweczet[121]
meine veinde auf mich geheczet[122]
wider got hazzet er mich
herre selbe tue dein gericht[123]
brich im seine tag abe
ain ander seinen reichtum habe
ain witwe werd sein weip[124]