Unter den Handzeichnungen des Museums befindet sich als Nummer 5 die Vorlage für ein Glasgemälde, das Wappen des Kaisers darstellend, welche in A. Dürer’s Weise gezeichnet ist. Das Blatt ist rings um nach dem Kreise des Randes ausgeschnitten, so daß das Monogramm, welches Dürer selbst jedenfalls auf dem Blatte angebracht hatte, wenn es von ihm herrührte, abgeschnitten ist. Wenn aber auch das Blatt deshalb nicht, ohne Anfechtung befürchten zu müssen, des Meisters Namen beanspruchen darf, so ist es doch eben so schön erdacht, als vorzüglich heraldisch gezeichnet und deshalb auch heute noch eine vorzügliche Vorlage, für welche uns wohl einer oder der andere Freund dieses Blattes dankbar sein dürfte, der etwa eine bunte Scheibe in sein Fenster einfügen lassen möchte. Der Durchmesser des Originals beträgt 29,7 cm., welches Maß auch ungefähr jenes des Glasgemäldes selbst gewesen sein dürfte, das wohl auf keinen Fall größer als 30 cm. werden sollte.
Nürnberg.
A. Essenwein.
Musicierende Engel von Virgil Solis.
Ein Blättchen, mit der Feder in lichtem Roth und Grün gezeichnet, Nr. 77 der Handzeichnungen des germanischen Museums, trägt das Monogramm des Virgil Solis und die Jahrzahl 1562. Es ist ein höchst liebenswürdiges Bildchen, diese zwei kleinen, im Grase sitzenden, geflügelten Knaben, welches allerdings in der schwarzen Wiedergabe, die auf photographisch-chemischem Wege erfolgt ist, in einzelnen Theilen sich härter darstellt, als in dem lichten, die Körperfarbe gut wiedergebenden Roth, das aber, gleich den vielen Stichen, des Meisters Begabung für dekorative kleine Werke erkennen läßt.
Nürnberg.
A. Essenwein.