Nürnberg.
Gebert.
83) Beim Abbruche der Kirche zu Volmerdingsen bei Rehme im Regierungsbezirke Minden wurde vermauert eine alte Münzsammlung aufgefunden, deren Gesammtzahl nicht unbedeutend gewesen sein soll; 9 Stück dieser Münzen sind kürzlich in meinen Besitz gelangt. Da dieselben den Zeitraum vom 14. bis 18. Jahrhundert umfassen, so dürfte anzunehmen sein, daß die Sammlung bei verschiedenen Kirchenreparaturen geöffnet und bereichert worden ist.
(Numismatisch-sphragistischer Anzeiger, Nr. 5.)
84) Aus Weinzierl am Wald in Niederösterreich wird uns geschrieben: Beim Umgraben eines Feldraines wurden folgende Gegenstände, sämmtlich in einem irdenen Geschirre verpackt, aufgefunden: Zwei schwere silberne Schließen zu fünf je 8 Centimeter langen, 2½ Centimeter breiten Gliedern, an der oberen Seite mit schöner, getriebener Arbeit; zwei kleine Reliquienkapseln aus Silber, die eine glatt mit den Bildnissen Christi und Mariä an den beiden Seiten, die andere vergoldet, rund; mehrere herzförmige Anhängsel aus Bernstein, Krystall und grauem und braunem Stein, sämmtlich in Silber gefaßt; Theile eines Rosenkranzes; endlich zwei große silberne Münzen, sehr schön erhalten, (die eine schön vergoldet) mit dem Bildnisse eines Ritters auf gepanzertem Pferde auf der Avers-, einem einköpfigen Adler auf der Reversseite, und der Umschrift: Ferdinandus etc. 1541; eine kleinere Silbermünze (vergoldet) mit der Jahreszahl 1575 und eine andere mit der Jahreszahl 1580. Sämmtliche Gegenstände sind sehr schön erhalten und dürften zu Zeiten der Schwedenkriege an jenem Orte versteckt worden sein. Der Finder ist geneigt, den Fund zu verkaufen; etwaige Liebhaber von Antiken wollen sich an das Pfarramt Weinzierl am Walde (Post Weißenkirchen an der Donau) wenden, welches gerne jede gewünschte Auskunft ertheilt.
(Das Vaterland, Nr. 152.)
Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.