(Deutscher Reichsanzgr., Nr. 213.)

115) Bei Gelegenheit der Ausgrabungen auf der Stelle des alten Domes zu Berlin hat man unterhalb der Fundamente der Grüfte eine Sandschicht und in derselben einen schön bearbeiteten, an einer Seite durchbohrten Feuerstein gefunden, der bezeugt, daß der Platz des alten Domes bereits in prähistorischer Zeit als menschliche Wohnstätte gedient hat.

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 402.)

116) Kassel, 27. August. Unsere Gegend scheint eine Fundgrube für prähistorische Gegenstände werden zu wollen, indem durch die Bemühungen kundiger Herren manche Alterthümer an das Tageslicht gebracht werden, welche wohl 2000 Jahre oder gar noch länger unter der Erde geruht haben. So hat in den letzten Tagen Herr Dr. med. Schwarzkopf zu Wolfsanger im sogenannten Hardtwalde bei Spiekershausen, am rechten Ufer der Fulda (zur Provinz Hannover gehörig), einen Grabhügel entdeckt, der gestern geöffnet wurde und eine reiche Ausbeute geliefert hat. Es fanden sich dort Pfeile aus Knochen, Bronzegegenstände, Ringe etc., sowie Knochenreste. Das Grab dürfte sich wol schon lange vor Beginn der christlichen Zeitrechnung über den Leichnamen geschlossen haben, die es deckte. Die gefundenen Gegenstände werden jedenfalls dem hiesigen Museum überwiesen werden, das seit mehreren Jahren einen bedeutenden Zuwachs solcher Antiquitäten aus unserem Regierungsbezirke und dessen nächster Umgebung erhalten hat.

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 403.)

117) Verschiedene Zeitungen bringen Nachrichten über einen Fund von Goldgegenständen, der auf 50,000 fl. an Gold geschätzt wird und in Schmiegen bei Elisabethstadt (Siebenbürgen) gemacht wurde. Die Nachrichten sind, wie leider so häufig, nicht ganz klar. Es sollen Goldbarren, massive Kettenglieder, Stäbe zur Herstellung solcher und rohe Schüsseln sein, die aus der Erde kamen und von ungemein hohem Alter sein sollen, — wenn nicht irgend welche Gegenstände eingeschmolzen worden und in diese einfachste Form gebracht worden sind, um das Material bequemer zu vergraben.

118) Nach einer ausführlichen Notiz in den Mittheilungen der k. k. Cent. Com. f. K. u. hist. Denkmale wurde im vergangenen Frühjahre wieder eine Grabstelle der bekannten Nekropole bei Zlonic eröffnet, in welcher sich ein Skelett in halbsitzender Stellung befand. Eine kleinere Urne aus grobem, grauem Thon, ein 6 cm. langer, dreiflächiger Polierstein, eine Bronzenadel und ein Armband aus 12 Bernsteinperlen, (zwei längere Perlen aus kalkartiger Masse), an dem 2 goldene, spiralförmige Ringe hiengen, bildeten die Beigabe. Das Grab selbst war aus Steinen zusammengesetzt.

119) Conservator Dungl hat an die Centralkommission berichtet, daß er 76 Hügelgräber bei Bischofstetten und S. Leonhard gefunden habe. 52 Tumuli liegen auf vor einigen Jahren gerodeter Waldstelle, die übrigen im Walde. Sieben Hügel wurden untersucht, zwei waren schon alt durchsucht und wieder zugeworfen; in zweien waren die Beigaben durch Ausgrabung darauf stehender Bäume zerstört, drei erwiesen sich intakt. Sämmtliche untersuchte Hügel sind Brandgräber aus der römischen Zeit.

(Mittheilungen d. k. k. Cent. Com. z. Erf. u. Erh. d. Kunst- u. hist. Denkmale, VI. Bd. 3. Heft.)

120) Ravensburg, 29. Aug. Am letzten Freitag war die Römerstation „Herrgottsfeld“ von hier aus sehr zahlreich besucht. Dr. Miller erläuterte die Lokalitäten und die Fundgegenstände, bestehend in Mosaikstücken, Gefäßstücken, Ziegelplatten, einer beinernen Haarnadel, Pfannen, Küchenresten u. dgl. Auch eine Silbermünze aus der Zeit des Kaisers Hadrian wurde noch gefunden. Das in seiner Grundrichtung an verschiedenen Punkten aufgedeckte Gebäude, an seinen vier Flanken einst mit Thürmen versehen, mißt eine Breite von 50 und eine Länge von 90 Metern. In den nächsten Tagen werden die aufgedeckten Mauerreste u. dgl. jedenfalls noch zu sehen sein.