Ueber denselben Florian enthält das liber missivarum von 1528 noch eine Notiz unwesentlichen Inhalts, datiert 1530 am Sonnabend nach Pfingsten. Ebenso findet er Erwähnung in einem leider nur fragmentarisch erhaltenen Testament eines ungenannten Bruders von ihm, dessen Nichte an den Nürnberger Goldschmied Sebold Gar verheiratet war. Dieses Schriftstück, welches Herr Dr. Schnorr von Carolsfeld für mich zur Veröffentlichung abschreiben zu lassen die Güte hatte, füllt die Vorderseite eines Foliobandes in der k. öffentlichen Bibliothek (122 h, 10) zu Dresden aus. Ich zweifle nicht daran, daß das Dokument, an dieser Stelle publiziert, Versuche veranlassen wird, die dunklen Punkte darin aufzuhellen und vor allem die Person des Erblassers festzustellen. Da in demselben vom Studieren und der „Provinz“ zu Bamberg die Rede ist, so könnte der Testator Andreas Stoß, provincial. ord. Carmelit., sein, ebenfalls ein Sohn des Bildhauers, von dessen Hand die gen. Dresdener Bibliothek, wie mir freundlichst berichtet wurde, liber 4–8 actorum (1534–1538) 430 Bl. 4o besitzt.

Item verordne vnnd Schaff zugeben vnnd vberantworten wollen, mein Testamentarier, Dem Sebolt Gar, goltschmid zu Nurmberg, meinem Schwagern, Der meiner Schwester Dochter hatt, vnnd Florian Stoß, Goltschmid, meinem Bruder zu Gorlitz, jm Lausitzer land, jrenn kyndenn vnnd Erbenn, sollenn vnnd wollenn vberantwortenn, Die Acta in schrifften begriffenn, Die Schuld, Die Taffel belangenndt vnnd was ich verstudirt habe, von meinem vetterlichen Erbtheil, wellichs mir als[262] abgezogen ist, vonn meinem Erbtheil, Die von Nurmberg haltenn[263] mir, das Closter vnnd die Taffel entuor, vnnd nit bezalenn wollenn Solchen gepurenden theil, beger nur das mein, machenn mit Des Closters gutt, wis[264] sie es, wol werdenn wissen zu uerantwortenn, Nach solchem meinem absterbenn, Dise schuld, Die ob meine geschribenn Erbenn, von den vonn Nurmberg erfordern wollens gleich miteynander theylenn, Die Stiffgeschwisterget, habenn kein zuspruch, Darzu zusprechenn, Sollicher Erbfall gehort mein freundenn[265] zu, Dieweil ichs jm Leben nit empfangenn habe, Darumb vbergibs jnenn antzufordernn vnnd antzulegen als Das jr, Solliche mein Erbenn oder annder vnerben, Die sich woltenn eindringen, vnnd fordrung habenn, ann die prouintz oder Conuent zue Bamberg, mann solt jnn eppas[266] geben verorden vnnd Schaff, Das man jn nichts gebenn soll, wann[267] ich hab jn[268] yglichem, jnn sonnder heit gebenn alt vnnd jung, Das ich nit schuldig were gewest zuthun wie mann das findt jn actis, Diser schuld, wols[269] ich nit als hab angeschribennn etc.

Copia hec presens originali suo vero, De verbo ad verbum (per me Cristofforum Schiffel ex autoritate imperiali publicum Notarium auscultata et Collacionata) concordat Quod ego manu mea propria, cum scripturis Attestor

Cristofferus Schiffel Notarius
jn fidem scripsit et subscripsit.

Von Veit Stoß dem Jüngeren († 1569) bringt der 44. Bericht von „Schlesiens Vorzeit“ die Lithographie seines Grabmals (an der kath. Pfarrkirche zu Frankenstein in Schlesien) und eine Erläuterung dazu.

Bunzlau.

Dr. Ewald Wernicke.


Berichtigungen.

In dem Artikel „Samuel Karoch“ der vorigen Nummer sind folgende Corrigenda übersehen worden: Sp. 283, Z. 15: 1463 lies 1493. Sp. 290, Z. 29: Regine. Sp. 290, Z. 33 Buridano... postulacionem. Sp. 290, Z. 38: requiescant. Sp. 290, Z. 8 v. u.: Gislingen.